HoR Logo kl CD-Review:

Logo Great White

Rising

Logo Home-of-Rock

Link Homepage:
Offizielle Great White Homepage
Link Kaufen:
www.amazon.de
Link Plattenfirma:
Frontiers Records
Mehr Info:
All Music Guide (englisch)

Unser Disclaimer
Rising
Rising, Frontiers Records, 2009
Jack Russell Vocals
Michael Lardie Guitars, Keyboards
Mark Kendall Guitars
Scott Snyder Bass
Audie Desbrow Drums
Länge: 58 Min 42 Sek Medium: CD
1. Situation7. Last Chance
2. All Or Nothin'8. Danger Zone
3. I Don't Mind9. Down On The Level
4. Shine10. Only You Can Do
5. Loveless11. My Sanctaury
6. It Is Enough12. Let's Spend The Night Together

Eine der tragischsten Bands der Rockgeschichte ist GREAT WHITE seit dem 20. Februar 2003 für immer. Die Grässlichkeit der Feuerkatastrophe mit 100 Toten in einem miesen Club in Rhode Island ist nach wie vor präsent, doch irgendwie haben Sänger Jack Russell und Gitarrist Mark Kendall es geschafft, aus der tiefen Depression zurück ins "normale" Leben zu finden. Optisch gezeichnet zwar, wie die meisten Menschen über 40, aber in typischer Profimanier abgeklärt. Vielleicht ein wenig zu abgeklärt für den Außenstehenden, aber diese Beurteilung steht unsereinem nicht zu. Wichtig sind nur die Tatsachen, und die zeigen Widersprüchliches auf. Die so genannte Wiedervereinigungs-CD "Back To The Rhythm" hatte ordentliche Momente, durchwachsene genauso, allerdings auch eine viel zu kraftlose Version von HUMBLE PIEs 30 Days In The Hole, was insgesamt zu einer mediokren Gesamtbewertung führte. Einige Konzerte hierzulande Anfang 2008 sollen dem Vernehmen nach außerordentlich gut gewesen sein, was natürlich angesichts der großartigen Besetzung keine große Überraschung ist, und nun kommt die Nachfolge-CD "Rising" und lässt weiter hoffen. Allerdings nur relativ kurzzeitig, denn…

… "Rising" ist keine Auferstehung. Nicht nur das überaus kindliche Cover ist eine Zumutung, auch Sound- und Songqualität verhageln einem gelinde gesagt die gute Laune. Man schnappt nach Luft, ganz wie der hilflos aussehende Hai auf dem Bildchen vorne drauf.
Den Opener Situation trägt noch der neue Bassist Scott Snyder halbwegs unbeschadet ins Ziel, aber warum die Lead- und Chorgesänge mitsamt dem banalen Refrain so zahnlos klingen müssen, einem GREAT WHITE Fan wird es nicht einleuchten. Die Gitarren sind akzeptabel, das Schlagzeug ist irgendwo, der besagte Bass macht bis hierher richtig Spaß, bollert er doch richtig straight vorwärts. Leider bollert er die gesamte CD hindurch immer gleich - wie wenig man doch aus vier Saiten machen kann.
Gar nicht vorwärts kommt Jack Russell, der eigentliche Ausnahmesänger. Freilich singt er All Or Nothin' (hat nichts mit den SMALL FACES zu tun) und den überwiegenden Rest mit seiner altbekannten Stimme, aber da drückt nichts mehr, er brüllt einen nicht mehr an, er ist nicht mehr der Anführer von früher. Außerdem kann man über die folgenden Songs bis inklusive Last Chance eine Tarnkappe stülpen und sich wünschen, dass sie nie passiert wären. Die unerträgliche Seichtigkeit des Hais.
Erst Danger Zone, immerhin schon der achte Song, zieht das Tempo wieder an, jedoch den Hering auch nicht vom Teller. Das ist harmlos, bieder, grade mal Mark Kendall kann den einen und anderen Glanzpunkt setzen. Zum Möchtegern-Funk-Stampfer Down On The Level passt denn auch wieder der stumpfe Stampf-Bass, die synthetischen Bläser sind zu zaghaft, die Vocals shouten nicht, sie bremsen eher, Kendall zockt ein gutes Solo, aber das reicht hinten und vorne nicht für wirklich gute Musik. Danach gibt's wieder Schlagerparade satt, mit My Sanctuary die einzige erträgliche Ballade des Albums und zum Abschied Let's Spend The Night Together. Genau wie 30 Days In The Hole reicht die Fassung des STONES-Klassikers ausschließlich zur Demontage des G.W.-Denkmals. Etwa so klingt es, wenn eine durchschnittliche Coverband beim Dorffest aufgeigt und die örtlichen Honoratioren ausgelassen das Tanzbein schwingen (derweil sich die 30 Jahre jüngere Gemahlin in einer dunklen Ecke mit dem Fitnesstrainer vergnügt).

GREAT WHITE haben etwa 6 Millionen Tonträger verkauft, ein paar werden mit "Rising" noch dazukommen, aber die werden trostlos im Schrank verstauben während "Once Bitten", "… Twice Shy", "Hooked" und "Psycho City" mitsamt "Great Zeppelin" (DAS waren Coversongs) die Playlisten der Rockwelt noch Jahrzehnte bereichern. Schade um diese Band, schade um die vergeudete Zeit mit dieser CD.

Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 12.02.2009

Sagt uns die Meinung zu diesem Artikel oder ergänzt oder verbessert ihn:


 
© Home of Rock 2001 - 2008, Impressum