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| Best Tracks And Side Tracks 1979-2007, Blue Rose Records, 2008 |
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Länge: 103 Min 48 Sek |
Medium: Do-CD |
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| CD 1 - Best Tracks: | |
| 1. Shop It Around (new lyrics and recording) | 11. The Price Of Progress |
| 2. The Life Of The Party (new recording) | 12. Prosperity Train |
| 3. Bible And A Gun (with Steve Earle) | 13. A Pocketful Of Soul |
| 4. Camille (with Swan Dive) | 14. Eddie Rode The Orphan Train |
| 5. Punk Rock Skunk (rawk remix) | 15. Link Wray (with Los Straitjackets) |
| 6. One Less Heartache (with The Wildhearts) | 16. Tuskegee Pride |
| 7. She Hung The Moon (Until It Died) | 17. Half The Man |
| 8. Rainbow Stew | 18. Chief Joseph's Last Dream |
| 9. For Addie Rose | 19. Broken Whiskey Glass (new recording with The Woodbox Gang) |
| 10. Born To Run | 20. Last Train To Memphis |
| CD 2 - Side Tracks: | |
| 1. Lovely Christmas! (with Kristi Rose) | 6. Help There's A Fire (Shakespeare's Riot version) |
| 2. Moose On The Loose (extended Webb Wilder outro mix) | 7. Buckminster Fuller We Need You Now |
| 3. The Sailor's Eyes | 8. Who's Gonna Feed Them Hogs? |
| 4. Cappucino Rosie (with Arty Hill) | 9. Paradise (with R.B. Morris, Tom Roznowski & Janas Hoyt) |
| 5. Mom's 70th Birthday Song | 10. Jimmie Rodgers' Last Blue Yodel (with The Wildhearts) |
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Running down the highway running down the line
I'm a running wide open and I am really feeling fine
With an amplifier and a crummy old guitar
I'm a rock 'n' roller and I'm going to be a star.
Und jetzt alle, ihr Pfeifen!
I'm a punk I'm a punk
I'm a punk I'm a punk I'm a punk rock skunk.
So sympathisch Jason Ringenberg und seine SCORCHERS schon immer waren, mit den beiden Kinderlieder-CDs "A Day At The Farm" und "Rockin' In The Forest" hat Ringenberg als Farmer Jason endgültig gewonnen. Da quengelt kein Rolf Zuckowski Schlager für Kinder und im Alter wieder infantil gewordene Omas, da macht einer lustige Lieder mit "crummy old guitar" und mehr pädagogischem Sinn als versteinerte Kultusminister und durchgeknallte Nenas in ihren ach so wundervoll demokratischen Sudburry-Schulen jemals erkennen werden.
Darüber darf man aber nie vergessen, dass Jason Ringenberg inzwischen 30 Jahre Musikbusiness und Rock & Roll auf dem Buckel hat - das haben bei weitem nicht alle unbeschadet überstanden. Es waren natürlich JASON AND THE SCORCHERS über weite Strecken der wichtigste Teil in Ringenbergs Biographie, mit seine Soloplatten "One Foot In The Honky Tonk" (1992), "A Pocketful Of Soul" (2000), "All Over Creation" und "Empire Builders" hat er allerdings hochkarätige Solo-CDs veröffentlicht, die stilistisch kaum unterschiedlicher sein könnten, und leider nie den verdienten Publikumszuspruch erhielten. Glänzende Idee, zum 30. Jubiläum eine schicke Doppel-CD mit den "wichtigsten" (?) Songs seines Gesamtwerks zu veröffentlichen. Da ist also Farmer Jason vertreten, Jason Ringenberg sowieso, da kommen Gäste wie Steve Earle, THE WILDHEARTS und viele andere zu Wort, es gibt Neuaufnahmen von SCORCHERS-Material und jede Menge bisher unbekanntes Zeug.
I have a leather jacket, my jeans are full of holes
If I lived in England I would be on the dole
Today I told a barber I wanted a Mohawk
He was so freaked out he couldn't even talk.
Singt, Kerle!
I'm a punk I'm a punk I'm a punk rock skunk.
Die erste CD nennt Ringenberg "Best Tracks" seines Soloschaffens, und stellt das "best" auch direkt selbst in Frage. Wer sollte es aber besser beurteilen als der Künstler selbst, also lassen wir es so stehen.
Klar ist, dass die sieben Nummern von "Empire Builders" die ländliche und folkige Seite mitsamt Ausflügen ins irische Liedgut und der Twang-Hommage Link Wray zeigen. Da bleibt genug Zeit für einen Drink und erstaunte Blicke, wie authentisch und perfekt Ringenberg diese Musik aufführt. Wer immer den leicht debil klingenden Ausdruck "Country Punk" erfunden hat, kann den vielleicht bei irgendwelchen Rednecks mit Segelohren anwenden, für Jason Ringenberg war er von Anfang an unzutreffend und für diese Songs sowieso nicht zu gebrauchen.
Natürlich wird auch gerockt, nicht zu viel, aber wenn, dann richtig. Zum Beispiel wird die Neuaufnahme von The Life Of The Party von George Bradfute an der Gitarre zu einem Dan Baird-kompatiblen Hyper-Rock'n'Roll gemacht. Der Song stammt übrigens vom ersten Soloalbum aus dem Jahr 1992. Allerdings hatte Jason bei "One Foot In The Honky Tonk" das Pech, dass ihn Capitol Records just zur Veröffentlichung vor die Tür setzten. Könnte also sein, dass nicht besonders viele Leute The Life Of The Party kennen. Born To Run stammt aus der gleichen Phase und wurde gleich gar nicht mehr veröffentlicht. Rarität und knackig stark außerdem. Übrigens nicht vom Boss sondern von einem gewissen Paul Kennerly für Mrs. Harris geschrieben.
Punk Rock Skunk sollten ALLE kennen. Wenigstens all diejenigen, die sich über solche Texte und herrlich einfachen Rock & Roll freuen können. Hier gibt es einen "rawk remix", der sich aber vom Original nicht wesentlich unterscheidet. Göttlich.
So if you see me coming you don't have to run
I may be kind of crazy but I'm really rather fun
And if I smell a little, well just get over it
Lots of singers smell and they end up with a hit.
Los, ihr Stinker!
I'm a punk I'm a punk I'm a punk rock skunk.
Schön, dass auch die Kollaboration mit Ginger und seinen WILDHEARTS von "All Over Creation" dabei ist. Das sind ebenfalls sträflich unterschätzte Rock'n'Roll-Kämpfer, die seit ewigen Zeiten nicht richtig aus dem Knick kommen.
Noch einer, der im Home of Rock nicht unbekannt ist: Stace England. Für dessen Album "Greetings From Cairo, Illinois" griff Jason zur Mundharmonika und ließ den Prosperity Train mit 150 Meilen den Mississippi entlang rauschen.
Allumfassend ist die erste CD zwangsläufig natürlich nicht, aber eine tolle Werkschau bieten die knapp 75 Minuten dem Kenner und dem Neueinsteiger in jedem Fall. Als Zugabe gibt es noch eine halbe Stunde "Sidetracks", die bis auf Moose On The Loose von "Rockin' In The Forest" noch nie bzw. nie in diesen Versionen zu hören waren.
Als Opener gleich ein Weihnachtslied, das Ringenberg als "most eccentric track I have ever recorded" bezeichnet. Bei beiden genannten Songs ist Kristi Rose dabei, die nicht nur bei fast allen Ringenberg-Platten dabei war sondern sich in Traditionalistenkreisen einen höchst zweifelhaften Ruf mit ihrer Band THE MIDNIGHT WALKERS erarbeitet hat. Lovely Christmas ist eine Mischung aus Ekel erregendem Schmalz-Country und Punk. Also doch Country-Punk, hähähä. Die Frau sollte man antesten.
Ein Liedchen für Mama, eine gelungene Country-Version vom früher rockenden Capuccino Rosie, lupenreiner Rockabilly mit der Band SHAKESPEARE'S RIOT, einer der SCORCHERS-Vorgängerbands aus den späten Siebzigern, ein Tribut an den durchaus unangepassten Country-Veteranen Tom T. Hall mit Fiddle und herber Gitarre (Who's Gonna Feed Them Hogs) und zum krönenden Schluss Jimmie Rodger's Last Blue Yodel mit - wem auch sonst? - den WILDHEARTS. Was für ein Abgang. Ein Jahrgang 2001, vollmundig herausgeplärrt, kräftig nach Roots'n'Roll und Ginger schmeckend, bee(ä)rig explodierend in der Gitarrenhand, samtig prickelnd noch vier Stockwerke unter den Boxen der heimischen Stereoanlage.
Wir haben gelernt, dass Jason Ringenberg noch lange kein Fall fürs Obskuritätenkabinett ist, mit dem Mann ist auch im 31. Jahr seiner Karriere verstärkt zu rechnen. Ob nun mit den SCORCHERS, als Farmer oder unter eigenem Namen, wir freuen uns auf neue Taten. Die alten kann man mit dieser trefflichen Zusammenstellung abrunden. Und die jung gebliebenen Leser singen jetzt noch ein fröhliches I'm a punk I'm a punk I'm a punk rock skunk.
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