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Jay Jesse Johnson

Play That Damn Guitar

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Play That Damn Guitar
Play That Damn Guitar, Grooveyard Records, 2009
Jay Jesse Johnson Vocals, Guitar
Steve Shore Bass, Backing Vocals
Joe Aparo Drums
Produziert von: Jay Jesse Johnson Länge: 58 Min 01 Sek Medium: CD
1. Inner Sanctum7. Bad Blood
2. Hear No Evil8. Rattlesnake Stomp
3. Dream Away9. Salt Of The Earth
4. Bad Voodoo10. Shine On
5. Blues For The Devil11. Six String Angel (dedicated to Jimi Hendrix)
6. Play That Damn Guitar

Anlässlich unseres steten Bemühens, die deutsche Sprache zu fördern, bieten wir im Folgenden eine solche auf sprachlich höchstem Niveau. Anfragen seitens der Printmedien über die Mitarbeit unserer Redakteure bitte schriftlich in dreifacher Ausfertigung an die Redaktion.
Dies wurde per Tonband aufgezeichnet. Um aber unsere bisherige Leserschaft nicht unnötig zu strapazieren, führen wir zwecks besseren Verständnisses gleichzeitig die Kommentare und Fragen unseres Büroboten Gettit in kursiver Schrift auf. Auf seine Fragen konnten wir in einigen Fällen leider auch nicht antworten.

Der von mir anlässlich einer kürzlich durchgeführten Untersuchungen am Studienobjekt "Get Ready" (Oliver Weers) in die Musikologie eingeführte Begriff des Spaltmaßes wird auch bei der vorliegenden Analyse Anwendung finden können, da er in geradezu perfekter Weise die musikalische Qualität des Analyseobjekts, aber auch die Problematik der hoch kondensierten Notenverdichtung im Solo beleuchtet.
In medias res: die festzuhaltende engste Verzahnung der Rhythmuseinheit Bass/Schlagzeug und - im Melodieteil jedes Einzelstücks - der Rhythmusgitarre ist vorbildlich gelöst und muss des Zuhörers Anerkennung finden. Den Stücken kann daher ein über weite Strecken extrem geringes Spaltmaß attestiert werden. Festzuhalten ist aber gleichermaßen, dass in den Passagen, wo Herr Johnson sich in die freie Analyse des vorliegenden melodischen Parts begibt ('Solo' genannt), er sich erfolgreich anheischig macht, in dieses geringe Spaltmaß noch 290464 Noten pro Millimeter zu injizieren.
Say what, man?
Seine Combo ist gut, aber er frickelt.
I see! Can't he play guitar?
Auffallend ist ferner, dass die Herstellung der Stücke, die ebenfalls in der Hand von Herrn Johnson lag, das Qualitätsurteil 'gut' verdient.
You mean?
Produziert is' fett.
I see! Good stuff, man. Better than nothing.

Widmen wir uns der Betrachtung der von unserem Gremium mit dem Etikett 'überdurchschnittlich' versehenen Einzelarbeiten, bedürfen folgende Stücke der Erwähnung:
1. Inner Sanctum: eine in der Musikologie häufig mit dem Attribut 'spacig' versehene Gitarrensolo-Arbeit, die beim Zuhörer eine träumerische Stimmung erzeugt.
2. Hear No Evil: die rhythmische Basisarbeit erinnert an Werke gleicher Art von Herrn Robin Trower. Auch der Soloarbeit kann enge Nähe bescheinigt werden.
Yo - old Rob, man, greatest Hendrix Number 2, man! This here is Hendrix number seventy-forty five, or so? Why?
3. Dream Away: unser Analyseteam wurde beim Rezipieren der Vokalarbeit Herrn Johnsons auffällig an diejenige von Herrn Jimmy Mack der nicht mehr existenten EARL SLICK BAND erinnert und gibt diesbezüglich seiner Verwunderung Ausdruck. Das Stück als solches ist akzeptabel, reicht jedoch nicht an die 'Knochentrockene Nordstaaten Ausgabe Lynyrd Skynyrds' ("Sounds" über Earl Slick) heran.
Yo - Skynyrd, man, great man! Good old Earl and his band never made it. Is he like Earl?
5. Blues For The Devil: diese Homage an Robert Johnson bedient sich eines Robert Lamm/Terry Kath Riffs, was Wunder nimmt, ist den Rezipienten doch nicht gegenwärtig, dass sich die Herren des Fundus von Herrn Johnson Senior bedient haben. Da man aber kaum einen Musiker identifizieren kann, der diesen Bestand an Melodien nicht eruiert und utilisiert hat, besteht durchaus eine gewisse Wahrscheinlichkeit. Dieser Track ist einer derjenigen, der am positivsten heraus sticht.
Terry who?
Er nimmt das Riff von "South California Purples" und schreibt, das wäre Robert Johnson gewidmet, und der hat damit nix zu tun.
I see. Why didn't he simply use a Johnson riff, Mr. Johnson?
6. Der Titel-Track Play That Damn Guitar: in seiner Konotation an einige von Herrn Zappas Werken erinnernd, verdient die Bezeichnung 'funky', was allerdings den Rhythmus und nicht die Qualität bezeichnet.
Wazzat?
Funky heißt irre (sl.), aber auch unkonventionell, und das is' das Ding eben nicht!
I see! Any idea why?
8. Der Rattlesnake Stomp: erfüllt mit seiner sehr akzeptablen Slide-Arbeit die Anforderungen, die ein Musikstück erfüllen muss, das auf einem LYNYRD-SKYNYRD-Datenträger gespeichert werden soll.
Yo, s' great, man. Skynyrd rulez!
9. Salt Of The Earth: wurde vom Team nicht zuletzt wegen der den Hörgenuss positivst beeinflussenden Tempiwechsel als durchaus goutierbar empfunden. Man muss anmerken, dass sich Musik ja der rein rationalen Analyse entzieht, wenn man den vollen Eindruck auf den Hörer erfassen will.
Say?
Geile Mucke, und die Riffs ?ndern sich auch mal, nich' nur Standard Bluesrock!
I see. About time!
Was?
Wurde Zeit, Mann!
10. Shine On: ist mit seiner Mid-tempo Dynamik und dem die Spielweise häufig verändernden Solo, bei dem sich Herr Johnson Junior auch der langen Töne und langsamen Geschwindigkeit bedient, ein weiterer Sprung in der Songwriting-Technik.
And?
Scharfes, gut variiertes Solo!
Errr…?
Geiles Solo!
I see. Cool, about time!
11. Zum Abschluss noch eine Hommage an Herrn Hendrix, die dessen Stücke bzw. Stückesammlung If Six Was Nine und Electric Ladyland in den Lyrics erwähnt, sich einer stimmungsvollen Orgel und des Wah-Wah Pedals an der Gitarre bedient; zum Ende langsam ausklingt, so, wie der Stern des Herrn Hendrix langsam verblasst, man ihn aber immer noch am Horizont sieht. Sehr beeindruckend.

Dennoch muss man, trotz aller oben erwähnten positiven Eigenschaften des Werks, Herrn Johnson eine gewisse tonale Beliebigkeit an der Solo-Gitarre vorwerfen, die, in Zusammenhang mit der mangelnden eigenen 'Stimme' auf dem Instrument und dem häufig fehlenden Innovationscharakter sowohl was das Genre als auch die Spielweise betrifft, nur zu einer bedingten Kaufempfehlung führen kann. Herr Johnson sollte darauf hingewiesen und zur Verbesserung seiner Tätigkeit angehalten werden, zumal das vorliegenden Musikmaterial in einigen Fällen nicht als 'herausragend' bezeichnet werden darf.
Dennoch kann sich der Rezipient eine Gruppe Musikliebhaber vorstellen, die das schnelle Spiel Herrn Johnsons durchaus akzeptieren und schlägt vor, die Musik daher einem Hörtest zu unterziehen.
Man orientiere sich im Bereich dieser Musik jedoch vielleicht eher an Dave D'Angelico, dessen unverwechselbares Spiel größere Abwechslung bietet.
Say what, man?
Mann, er hat 'ne gute Rhythmussektion, aber wenn er auf der Gitarre losdudelt ist das oft einfach nur Gefrickel und macht keine Spa?! Und manche Songs sind einfach Fülsel, man muss die CD ja voll kriegen. Aber vielleicht gefällt das, denn ganz schlecht ist es nicht. Nur hat er eben keine eigene 'Stimme' auf der Gitarre.
I see! Thought so.

Dietrich Gastrock, (Artikelliste), 10.07.2009

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