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Joe Pitts

Just A Matter Of Time

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Just A Matter Of Time
Just A Matter Of Time, Kijam Records, 2007
Joe Pitts Guitar, Vocals
John Davies Bass
Jahleel Eli Drums
Gäste:
Michael Burks Guitar (Rolling With The Blues)
Wayne Sharp Hammond B3 (Nickle And A Nail & Rolling With The Blues)
Stephen Winter Keyboards (Ice Cream Cakes)
Produziert von: Joe Pitts Länge: 68 Min 37 Sek Medium: CD
1. Blue Light Rain7. Shoulda Seen It Coming
2. Nickle And A Nail8. Rolling With The Blues
3. Lonesome Boy From Yesterday9. Sealed Inside Good Intentions
4. Just A Matter Of Time10. Sublime Angel
5. Ice Cream Cakes11. Funked Up
6. Zambified

Joe Pitts, ach ja, der von LIQUID GROOVE MOJO. Jetzt hat er auch noch ein Soloalbum gemacht. Der erste Reflex, schon bei der Lektüre des beiliegenden Infos: Vielleicht sollte sich Herr Pitts lieber an spannenden Songs für seine Stammkapelle versuchen, anstatt mit seiner nach ihm benannten JOE PITTS BAND zu tingeln und in wiederum anderer Besetzung eine eigene Platte einzuspielen. Sooo wahnsinnig prickelnd waren die letzten Ergüsse von L.G.M. ja nicht, wird hier also unnötig Kreativität in Nebenprojekten verschleudert?
Die Antwort nach einer Woche abwechselndem Einsatz bei der heimischen Late Night- bzw. Morning Show lautet leider: Ja, da wird wohl Quantität über Qualität gestellt. Und das in gleich zweierlei Hinsicht.
Erstens ist "Just A Matter Of Time" um ein gutes Viertelstündchen zu lang, irgendwann, speziell bei der Late Night Show, nickt man sanft lächelnd ein. Fürs morgendliche Kreislaufwachrütteln ist die CD sowieso ungeeignet. Und zweitens drängt sich die leise Vermutung auf, dass Joe Pitts einfach an zu vielen Fronten arbeitet, um an einer vollends überzeugen zu können. Dabei kann der Mann eine ganze Menge, was er bei den lebendigeren Songs seiner drei Bands auch regelmäßig beweist.
"Kräfte bündeln!", möchte man ihm zurufen, denn dann würde es auch mit dem Rocker in der Nachbarschaft auf Anhieb klappen.

Der Vergleiche gibt es viele, von GOV'T MULE über die ALLMAN BROTHERS bis zu Roy Buchanan werden viele Namen genannt, aber so richtig mag keiner zutreffen. Die einen (G.M.) sind zu heftig und mutig, die anderen (A.B.B.) zu groß, der dritte, also Buchanan, viel zu lange tot, als dass er noch vitalen Einfluss ausüben könnte, auch wenn zugegebenermaßen der Achtminüter Rolling With The Blues durchaus vom begnadeten Mann mit der Mütze stammen könnte. Dafür gähnt man anschließend bei einem Schleicher wie Sealed Inside Good Intentions umso mehr. Frage aus dem Nebenzimmer: "Was hast du da für eintönige Musik? Tu du du, tju du du, tu duduuuu."
Ganz arg wird's im "Hidden Track" nach dem interessanten Funked Up, der sich schaurig klischeebehaftet durchschleppt. Solches Liedgut ist heutzutage ernsthaft überflüssig, außer man ist Bluespurist und verabscheut jegliche unnötige Bewegung.

Dabei geht es auch ganz anders. Der Starter Blue Light Rain zum Beispiel groovt schwer und gleichzeitig federleicht und überzeugt mit simpel riffender und slidend abhebender Gitarre und einem pumpenden Bass. Das ist doch, was wir eigentlich hören wollen: fein rollenden Jam Rock ohne Schwermutsmalus und drögen Allerweltsgitarrenblues.
Auch Nickle And A Nail kann noch überzeugen. Zwar ist das Altherren-Soul-Funk, aber getragen von einer schönen Hammond und Pitts' erstklassiger Gitarre. Sogar die Ballade Lonesome Boy From Yesterday funktioniert halbwegs, weil sie einfach schön ist. Aber nach dem bestens rockenden Titelsong, welcher auch die beste Nummer des Albums ist, und dem jammigen Ice Cream Cakes übernimmt Schwester Tristesse das Ruder und der Rest der CD plätschert vor sich hin.
Man kann gelten lassen, dass ein Funk-Jazz wie Zambified den Gourmets unter den Hörern gefallen kann, doch fehlt dem Ding trotz aller Verspieltheit der Biss. Man kann auch Shoulda Seen It Coming mögen, immerhin der am deutlichsten von Warren Haynes inspirierte Song und dazu mit einem schicken Pseudo-Reggae verziert. Allerdings hat das kleine Solo in der Mitte schon ein gewisser Herr Clapton vor gut 30 Jahren in recht ähnlicher Weise von sich gegeben.

Joe Pitts ist sympathisch, er ist ein tadelloser Gitarrist, seine Mitstreiter auf dem Album sind Könner, der Sound ist erdig und echt, doch "Just A Matter Of Time" ist insgesamt ein eher müdes Album geworden. Hätte er mal die fünf, sechs besseren Nummern für das nächste Elaborat seiner LIQUID GROOVE MOJO verwendet, dann wäre uns allen geholfen.

Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 19.08.2007

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