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Triangular

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Triangular
Malpractice
Triangular, Spinefarm Records, 2008
Aleksi Parviainen Vocals
Jonas Mäki Bass
Joonas Koto Guitars
Markus Vanhala Guitars
Toni Paananen Drums
Länge: 99 Min 99 Sek Medium: CD
1. Maze Of Inequity5. Platform
2. Symmetry6. Triangular
3. Deception7. Waves
4. Deadline8. Fragments

MALPRACTICE aus Finnland, das ist so ein Fall der verdeutlicht, wie schwer es sein kann sich spürbar bemerkbar zu machen und so schließlich doch bei einem Label anzudocken. Die Jungs gründeten sich bereits im Jahr 1994, mussten jedoch ihre ersten Veröffentlichungen noch selbst finanzieren. 10 Jahre später, 2004, sollte es dann klappen, als man bei Spinefarm Records endlich einen Deal bekommen konnte. In der Zwischenzeit hatte sich die Band auch vom astreinen Thrash-Metal in Richtung des melodischen Metalls, mit leicht progressiven Einflüssen, entwickelt. Ja, das kennen wir bereits von FATES WARNING, die heute mit zu den Gründern dieses Genres zählen.

Nun, dass der Thrash im Leben der Musiker eine wichtige Rolle spielt, hört man auch auf "Triangular", dem Nachfolger von "Deviation From The Flow". Aus dem Bereich des Progressive Metal halte ich Vergleiche mit DREAM THEATER inzwischen für überflüssig und auch bei MALPRACTICE nicht für zutreffend. Die Kompositionen sind ohne Frage verschachtelt, wobei sich die beiden Gitarristen Joonas Koto und Markus Vanhala den Allerwertesten abspielen. Und das können sie auch, die Harmonie und Abstimmung ist ohne Frage zu erkennen. Mit Aleksi Parviainen hat man sich, als Nachfolger von Mika Uronen, einen neuen Sänger geholt, der besonders ausdrucksstark in den höheren Bereichen zur Geltung kommt. Da hätte es der Growls gar nicht bedurft, noch dazu wirken diese vollkommen deplaziert. Aber ansonsten beherrscht der Shouter sein Handwerk. Vor allen Dingen die melodischen Refrains, wie im Opener Maze Of Inequity, kommen spitzenmäßig an.
Was die härtere Gangart angeht, spürt man die Einflüsse von MEGADETH. Und auch wenn die thrashigen Momente nicht so satt wie bei ANNIHILATOR klingen, so bleibt die musikalische Vergangenheit unverkennbar.
Sucht man weitere Vergleiche, sind solche, zumindest in der Instrumentierung, zu THRESHOLD zulässig, diese finden sich allerdings eher in deren frühen Zeit mit Damian Wilson als Leadsänger wieder. Ein ums andere Mal verknüpfen MALPRACTICE vorhersehbare typische und groovige Metal-Riffs und bauschen ihre Songs mit ausschweifenden und gitarrenlastigen Themen auf. Da dürfen Tracks wie Symmetry und Deception gerne als Beispiel dienen, wobei ersteres eher den eingängigen Chart- und letzteres wiederum den Thrash-Faktor erfüllt.
Der Song Triangular ist eine reine Instrumentalnummer, vielleicht mit über 8 Minuten Spieldauer etwas zu lang, und hier kann man zu dem Schluss kommen, dass die Frickelei etwas Überhand nimmt. Wobei wir schon zu den beiden einzigen Schwachpunkten auf dieser Scheibe kommen. Denn Waves ist im Gegenzug dermaßen schmalzig und langweilig, dass wirklich alles zu spät ist. Forget it! Aber nichtsdestotrotz bekommen wir mit dem abschließenden Fragments eine gehörige Portion an Abwechslung mit einigen Tempi- und Stimmungswechseln zu hören, was dazu führt, dass MALPRACTICE im Gesamten ein brauchbares bis gutes Album vorgelegt haben.

Es bleibt dabei: Viel Potenzial, aber noch nicht genügend Contenance über 50 Minuten Gesamtspielzeit, die man sicherlich noch gewissenhafter, gründlicher und somit professioneller hätte nutzen können. So ist das halt mit den, wenn auch dezenten, Prog-Einflüssen. Die Kombination aus melodischem Metal und vermeintlich filigranen progressiven Einflüssen kann zwar die potenzielle Käuferschicht erweitern, sie kann aber auch zu dem Ergebnis führen, dass sowohl der eine als auch der andere Interessent nicht wirklich zufrieden ist. Hört es Euch an und entscheidet selbst.

Ralf 'Jogi' Ruhenstroth, (Impressum, Artikelliste), 16.05.2008

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