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Manassas

Manassas Pieces

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Manassas Pieces
Manassas Pieces, Rhino Entertainment, 2009
Jerry Aiello Organ
Lachy Espinol, Guille Garcia Percussion
Sydney George Flute
Charlie Grimes Guitar
Paul Harris Organ, Piano, Keyboards
Chris Hillman Bass, Guitar, Mandolin, Vocals
Joe Lala Percussion, Conga, Timbales, Vocals
Al Perkins Banjo, Guitar, Pedal Steel
Calvin "Fuzzy" Samuels Bass, Vocals
Stephen Stills Bass, Guitar, Piano, Keyboards, Vocals, Slide Guitar
Dallas Taylor Drums
Gäste:
Joe Walsh Guitar, Slide Guitar (Lies)
Bobby Whitlock Keyboards, Vocals
Produziert von: Howard & Ron Albert Länge: 41 Min 08 Sek Medium: CD
1. Witching Hour9. Love And Satisfy
2. Sugar Babe10. High And Dry
3. Lies11. Panhandle Rag
4. My Love Is A Gentle Thing12. Uncle Pen
5. Like A Fox13. Do You Remember The Americans
6. Word Game14. Dim Lights, Thick Smoke (And Loud, Loud Music)
7. Tan Sola Y Triste15. I Am My Brother
8. Fit To Be Tied

Eulen nach Athen: Stephen Stills - Soloartist und Mitglied in legendären Bands wie BUFFALO SPRINGFIELD (was immer das Wert ist) und, natürlich, Crosby, Stills & Nash (& stellenweise Young) - gewann Hendrix und Clapton als Mitspieler für sein erstes Soloalbum; war nie ganz weg und immer well respected, und hat vor einiger Zeit erst wieder ein hervorragendes Album ("Man Alive") veröffentlicht und nochmal seine alte Truppe CSN&Y auf Tour begleitet.
Und in den frühen Siebzigern hat er zusammen mit Chris 'Byrd/Flying Burrito Brother/Souther-Hillman-Furay-Band' Hillman eine ganz wundervolle Band für zwei Alben zusammengestellt: MANASSAS, benannt nach einer Stadt am Potomac in Virginia, Ort zweier wichtiger US-Bürgerkriegsschlachten.

Das gleichnamige erste Doppelalbum der Band vereinte alles, was es an Einflüßen abseits Heavy Metal im Pop zu vereinen gab – Blues, Cajun, Lateinamerikanisches, Rock, Rock'n'Roll - vor dem Hintergrund einer ihresgleichen suchenden (CSNY-) Rhythmusgruppe und über wundervollen Satzgesang, ganz zu schweigen von den Gitarrenbeiträgen, die über jeden Zweifel erhaben waren. Ein Must-have Album allererster Güte; auch 'remastered' verfügbar. Eigentlich ein Americana Album im besten Wortsinn.
Das zweite Album der Band - "Down the Road" - dann etwas schwächer – fast unmöglich, einen solchen Mordserfolg wie "Manassas" zu wiederholen.
Von diesen Gerichten gab es einige Left-Overs. Die wurden jetzt als "Pieces" modern angerichtet auf die Speisekarte gehoben. Wobei einige der Songs schon auf Stills' "2" – Word Game und Sugar Babe – oder dann auf "Down The Road" – Lies mit Joe Walsh an der Gitarre und Do You Remember The Americans – Verwendung fanden; allerdings in anderen Versionen.
Und wie auf den früheren MANASSAS Alben ist hier alles vorhanden – es muss ziemlich schwer gewesen sein, die Tapes mit diesen Tracks auf den Boden des Schneideraums fallen zu lassen: Satzgesang, Stills' und Perkins' meisterliche Gitarren, Perkins' Pedal Steel, die pluckernde und pochende Rhythmusgruppe.
Es gibt Lateinamerikanisches in Tan Sola Y Triste, den fast einschlafenden Blues High And Dry, Pop in Like A Fox, akustisch-Beatles-nahes in My Love Is A Gentle Thing, Country Swing in Word Game … und auch wieder diese charakteristischen Tempowechsel (wie etwa in Both Of Us (Bound To Lose) oder Rock'n'Roll Crazies/Cuban Bluegrass auf "Manassas") etwa in Fit To Be Tied und High And Dry, wo der Song schon fast zu Ende ist, um dann plötzlich Fahrt aufzunehmen und das Haus zu rocken.
Gefiedelter Country in Panhandle Rag, Do You Remember The Americans und Dim Lights And Smoke (And Loud, Loud Music).
Gleichfalls wie schon auf "Manassas", wo es je eine eher rockige (The Raven), eine country-eske (The Wilderness), eine bluesige (Consider) und eine dem Rock'n'Roll-nahe Plattenseite gab (so dass man die Seite mit seiner Lieblingsmusik zwar öfters spielte als die anderen; aber auch an diese herangeführt wurde, weil es eben alles sehr gute Musik war und diese Etikettierung nur bedingt durchgehalten wurde), sind auch hier die von den Stilen her verwandten Tracks beisammen; angefangen mit den rockigen Teilen bis hin zu den Country Tracks am Ende.

Wenn jede Resteverwertung so gut schmecken würde – tja, dann wäre es eigentlich keine. Stellenweise ist das, was man hier hört, besser als das, was dann auf "Down The Road" landete, und daher ist das hier uneingeschränkt empfehlenswert, schon allein wegen Sugar Babe, Lies und Like A Fox (das nicht ganz weit weg von Manfred Manns/Tony Hazzards Fox On The Run und dennoch von Stills geschrieben ist) und Tan Sola Y Triste. Und es ist wohl noch mehr an Wiederveröffentlichungen von Herrn Stills zu erwarten. Wunderbar.

Dietrich Gastrock, (Artikelliste), 28.12.2009

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