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The Darkest Room

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The Darkest Room
The Darkest Room, AFM Records, 2009
Samuel "Sam" Nyman Vocals
Henrik "Hank" Stenroos Guitars
Pether "Pete" Mentzer Bass
Richard "Rikki" Mentzer Drums
Gäste:
Martin Mellström Keyboards
Tobias Lindell Digital Noises
Produziert von: Manimal Länge: 38 Min 48 Sek Medium: CD
1. Shadows6. Human Nature
2. The Darkest Room7. Spingegrinder
3. Living Dead8. Dreamers And Fools
4. I Am9. The Life We Lived
5. Ordinary Man

Es war wieder einer dieser verhassten Tage in 2001, an denen nichts klappen sollte. Samuel Nyman saß wie so oft in seinem Lieblingslokal, trank einen Kaffee und träumte sich in die Welt des Rockstars, der er so gerne wäre. "Mensch", so dachte er, "könnte ich doch so singen, wie Dee Snyder, den ich nun schon seit meinem 7. Lebensjahr verehre und höre und würden doch meine Kumpels aus der Band endlich mal den Arsch hochkriegen. So kann es nicht weitergehen." Er nahm einen tiefen Schluck aus seinem Kaffeebecher und schaute in das verrauchte, fast undurchdringliche Halbdunkel des Pubs. "Irgendwo auf diesem Planeten muss es doch Jungs geben, die auch Rockstars werden wollen", so dachte er weiter. Am Nebentisch erblickte er das knutschende Pärchen, das da jeden Abend rumhing. "Die haben zumindest noch was vom Leben", schmunzelte er in sich rein, bevor er noch einen Schluck aus seinem Becher nahm.
Aus der Kälte der Nacht betraten drei in Lederklamotten gekleidete Kerle den Pub. Inzwischen kannte er fast jeden, der hier in diesen Laden kam, aber die drei waren neu. "Mal abchecken, was das für Typen sind", sagte er zu sich selbst, stand auf und ging auf den Tisch zu, an dem die drei inzwischen Platz genommen hatte. Aus den Boxen hämmerte Future World von HELLOWEEN auf das Trommelfell ein, als er sich bei den Dreien niederließ. "Neu hier?", fragte er den Typen mit den langen Haaren. "Zumindest nicht oft hier in dem Laden", antwortete dieser mit einer Lässigkeit, wie sie eigentlich nur Gitarristen besitzen. "Was macht ihr hier?", fragte Nyman weiter. "Wir wollten eigentlich in Ruhe ein Bier trinken", schaltete sich einer der beiden anderen ein, "und dabei überlegen, wie es mit unserer Band weitergeht". "Das kann kein Zufall sein", dachte Nyman und begann sofort von seinen Träumereien zu erzählen.

Am nächsten Tag trafen sich die vier im Proberaum wieder. "Okay", sagte der Drummer, "dann zeig mal was Du drauf hast. Wir haben uns überlegt, wir könnten den Song unseres Zusammentreffens spielen. Dann kannst Du gleich beweisen, was Du kannst". "Genau", sagte der Bassist und sie legten die ersten Takte von Future World vor.
Damit war der Beginn von MANIMAL gelegt. Ob es sich genauso zugetragen hat, weiß ich nicht, aber so ähnlich muss es gewesen sein. Und offensichtlich muss Samuel Nyman einen guten Eindruck hinterlassen haben, denn nach dem Vorsingen des genannten Songs war er der Sänger und somit das letzte fehlende Mitglied neben den Brüdern Richard und Pether Mentzer sowie Henrik Stenroos.

Ganze acht Jahre später rollen die Schweden nun ihr Debütalbum an den Start und machen aus ihren Vorbildern kein Versteckspiel. In den knapp 40 Minuten von "The Darkest Room" gibt es ordentlich auf die Mütze. Das dabei HELLOWEEN, NARNIA und CIRCUS MAXIMUS im großen Stil verarbeitet werden, liegt in erster Linie an der sehr markanten Stimme des Sängers. Dieser klingt in weiten Teilen wie Michael Kiske zu den "Keepers"-Zeiten. Keine schlechte Referenz, und er kann das Niveau auf der gesamten Spiellänge halten. Da könnte tatsächlich ein neuer Sängerstern am Metalhimmel aufgehen. Auch die Songwahl liegt im melodischen PowerMetal-Bereich und damit bei den genannten Referenzen.
Was allerdings den Sound angeht, hoffe ich, dass die Götter des rohen und ungeschliffenen beide Ohren zudrücken. Leider klingt "The Darkest Room" wie am Reißbrett entstanden. Die Gitarren kommen sehr "crunchy", die Drums können keine richtige Tiefe entwickeln, lediglich der Bass brummelt munter vor sich hin. Von daher mag ich die künstlerischen Fähigkeiten der Herren nicht zu hoch bewerten, sicherlich können die einiges an ihren Instrumenten, allerdings drängt sich mir der Verdacht auf, dass bei diesem Debüt im Studio einiges nachgearbeitet wurde. Und obwohl es ziemlich nach vorne drückt und abgeht wie der Lumpi vom Nachbarn, klingt es für mich sehr geplant und synthetisch. Ist aber scheinbar egal, denn Tausende von Schweden können sich nicht irren und bescherten den Newcomern im März dieses Jahres (dort ist das Album schon so lange am Start) einen respektablen 36. Platz in den Charts und somit den zweithöchsten Einstieg eines Debütalbums. Das soll schon was heißen.
Sollten MANIMAL live ihre Qualitäten bestätigen, und beim nächsten Release mehr Mut zu einem rohen Sound mit Ecken und Kanten zeigen, dann können sich die o. g. Bands warm anziehen. Hört's euch selbst an und entscheidet, inwieweit Samuel Nyman seinem Traum vom Rockstar näher gekommen ist.

Friedemann Schmidt, (Artikelliste), 06.06.2009

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