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Mike Cullison

Blue Collar Tired

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Blue Collar Tired
Blue Collar Tired, Eigenvertrieb, 2007
Mike Cullison Vocals & Guitars
Johnny Neel Keyboards
u. a.
Produziert von: Johnny Neel Länge: 47 Min 21 Sek Medium: CD
1. Wish I Didn't Like Whiskey8. More Of The Same
2. Blue Collar Tired9. Jealous Sea
3. Waitin' In Your Welfare Line10. Where's Joe Friday
4. Pour Hank On The Pain11. Miss Maggie Rose
5. Goimg Up The Country12. This Old Heart
6. Break My Fall13. The Grapes Of Wrath Are Ripe Again
7. Hurt That Bad Again

Fakt ist, dass Mike Cullisons CD "Blue Collar Tired" von Johnny Neel produziert ist. Ebenfalls bekannt ist, dass Cullison in Europa vor Jahren verschiedentlich mit unseren italienischen Freunden von W.I.N.D. zu tun hatte, und sich J.C. Cinel von WICKED MINDS, natürlich ebenfalls aus Italien, in seiner MySpace-Freundesliste befindet. Der Rest ist nebulös, denn die Besprechungs-CD verrät leider keinerlei Namen der involvierten Musiker. Johnny Neel spielt garantiert alle Tasteninstrumente und womöglich auch die Steel Guitar. Aber ansonsten? Schade, denn so mancher Ton kommt einem verblüffend bekannt vor, und dies nicht nur, weil Mike Cullison einen im Grunde stinknormalen Honky Tonk Countryrock von sich gibt, sondern weil die Scheibe verdammt gut eingespielt ist. Es könnten auch die bekannten Nashville-Studio-Asse sein, aber das würde ein kleines Licht wie Cullison plakativer darstellen, es bleibt also nur Spekulation.

Mike Cullison selbst ist wohl der Kategorie der gut abgehangenen Herumtreiber zuzuordnen. In seiner musikalischen "Karriere" hat es eben mal für zwei CDs gereicht, dafür ist der rustikale, gut aussehende Endfünfziger auf "Blue Collar Tired" umso umtriebiger.
Tja, da steht "Endfünfziger", dabei klingt Cullison meistenteils viel jünger, sogar wenn er sich des uralten Hits Waitin' In Your Welfare Line von Buck Owens bedient. Ob man diesen Gassenhauer zum zigsten Mal braucht sei trotz hübscher Gitarre bezweifelt, ebenso wie CANNED HEATs Going Up The Country, das trotz grandiosem Johnny-Neel-Piano vollkommen belanglos bleibt. Auch ein altbackener Country-Heuler wie Hurt That Bad Again wäre beinahe peinlich, wenn nicht das Klavier die Sache bereinigen würde. Der Rest der Nummer ist kaum erträgliche Country-Soße.
Viel besser sind steamy Rocker wie der Titelsong oder More Of The Same, die so auch Bands wie die KENTUCKY HEADHUNTERS raushauen könnten. Poure Hank On The Pain ist nolens volens purer Country, natürlich eine Verbeugung vor Hank Williams, der Cullison offensichtlich seit vielen Jahrzehnten begleitet. Das ist zwar gnadenlos unspektakulär, aber auch gut konsumierbar, wenn man keine Heustadel- oder Bauernhofallergie hat.
Etwas mehr als die Hälfte der Nummern sind von Cullison getextet und von Neel komponiert, das bedeutet per se musikalische Qualität, auch wenn man teilweise von Neels Hang zur traditionellen Countrymusik überrascht ist. Es kommen aber auch schön sumpfige Slide-Perlen wie This Old Heart oder der entspannte Südstaatenschieber The Grapes Of Wrath Are Ripe Again zutage, die problemlos auch auf einer Neel-CD Platz gefunden hätten.

Den Grand Prix der amerikanischen Volksmusik gewinnt Mike Cullison nicht, aber aufgrund der starken Bandleistung und Produktion und einigen flotten Nummern kommt er auf jeden Fall in den Recall. Die nächste Scheibe bitte mit ein paar weniger altbackenen Klischees und etwas flotter als nach 12 Jahren, wie nach der ersten Platte, dann geht der Knopf auf.

Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 22.02.2009

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