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No Machine

A Terrible Thing

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A Terrible Thing
No Machine
A Terrible Thing, Arion Records, 2008
Al Rivers Vocals
Emil Rivers Pianos
Fred Guitars
Joca Drums
Pedro Bass
Daniel Organs, Synthies
Produziert von: The Rivers Bros. Länge: 45 Min 08 Sek Medium: CD
1. A Terrible Thing7. Sha La La Lady
2. I Get Down8. The Races
3. Tell Me9. Sunshine (Ain't No Friend Of Mine)
4. I Choose You10. There Are Forces
5. Divine11. Diamond Ring
6. Elevator

Das nenne ich Service, wenn neben dem kompletten Album auch die parallel erscheinende Single zur Besprechung mitgeliefert wird. Das mag zwar ohne großen Nährwert sein, so ist man dennoch von der Ernsthaftigkeit mit der die Formation zu Werke geht überzeugt. Und ja, NO MACHINE meinen es ernst. Irgendwo zwischen ehrlicher handgemachter Rockmusik, viel Pop-Appeal und einer Spur Progressive finden sich die Jungs um Al und Emil Rivers wieder. Allerdings mischen sie diese Einflüsse nicht, sondern sie komponieren kunterbunt vor sich her, bedienen mit jeder Nummer jeweils ein anderes Genre. Nun, das kann natürlich auch gehörig in die Hose gehen, weil mancher sich denken mag, dass der Sechser einfach nicht weiß, wohin die Reise gehen soll. Entwarnung, die Songs sind jeweils gelungen und offerieren uns fast alle ihre individuellen Stärken.

Die Scheibe ist so aufgeteilt, dass der Mainstream und die Radiotauglichkeit nach vorne verfrachtet wurden. Das eröffnet ganz andere erste Eindrücke, als wenn man das Pferd von hinten aufzäumt. Denn nach hinten raus werden die Nummern etwas komplexer, die Eingängigkeit steht nicht mehr ausschließlich im Vordergrund und der progressive Charakter nimmt zumindest in einem Song zu. Sowohl der eröffnende Titelsong A Terrible Thing als auch das folgende I Get Down sind aalglatt, poliert und leben von rockigen Gitarren, die von den Tasten ihren Pop-Appeal eingeimpft bekommen. Die Stimme von Al Rivers ist voller Dynamik und Witz, die gespielten Melodien werden allerdings den Fan schmutziger Rockmusik etwas erstarren und eine ablehnende Haltung einnehmen lassen. Immerhin werden diese jedoch so überzeugend vorgetragen, dass man ganz einfach davor zurückscheut, die Off-Taste am Player zu bedienen. Noch schwerer fällt dies bei der Schmachtorgie und gleichzeitiger Single-Auskoppelung Tell Me, die sich in ihrer Schmierigkeit nur von Elevator verbotswidrig rechts überholen lässt. Soviel mal zu den beiden ersten Dritteln dieses Albums.

Ab Track Numero 8 kommt dann tatsächlich der Einfluss von MARILLION zum tragen. NO MACHINE vollziehen einen Schwenk in den Neo-Prog. Derek William Dick alias Fish scheint Pate gestanden zu haben. Zumindest stand wohl eine Überwachungskamera in seinem Wohnzimmer, als sich das Sextett die Harmonien von The Races aus den Fingern gesaugt hat. Verblüffend die Ähnlichkeit.
Man muss zugeben, dass die Musikalität auch in Sunshine (Ain't No Friend Of Mine) merklich steigt. Der gebotene Beat geht locker und easy von der Hand und der geneigte Rockfan wird sich spätestens hier fragen, ob das Kalkül, welches in den ersten Stücken zu finden ist, wirklich von Nöten war. Doch, wir können die Gedanken und Absichten nachvollziehen, auch wenn der Hörer bis zum Schluss einfach nicht weiß, was er denn nun wirklich vorgesetzt bekommt. Für manchen kann das genau der Bringer sein, für den anderen wird, wie zu Beginn ausgeführt, dieser Schuss nach hinten losgehen. Ich bin gespannt, welche Variante sich letztlich durchsetzen wird. Aufschluss darüber wird uns wohl erst der Nachfolger geben. Ich drücke die Daumen!

Ralf 'Jogi' Ruhenstroth, (Impressum, Artikelliste), 16.06.2008

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