HoR Logo kl CD-Review:

Logo no-man

Schoolyard Ghosts

Logo Home-of-Rock
Startseite > CD-Reviews > no-man > Schoolyard Ghosts

Schoolyard Ghosts
no-man
Schoolyard Ghosts, k-scope/Snapper Music, 2008
Tim Bowness Vocals
Steven Wilson Instruments
Gäste:
Theo Travis Sax, Flutes
Gavin Harrison & Pat Mastelotto Drums
Bruce Kaphan Pedal Steel
Länge: 53 Min 00 Sek Medium: CD
1. All Sweet Things5. Wherever There Is A Light
2. Beautiful Songs You Should Know6. Song On The Surf
3. Pigeon Drummer7. Streaming
4. Truenorth8. Mixpaped

Will der Fan feinen und einfühlsamen Melodien folgen, dann ist und bleibt er beim Nebenprojekt des Tausendsassas Steven Wilson genau richtig. Ähnlich der Vorgänger erfahren wir auf der neuen Scheibe von NO-MAN ein sehr intensives und interessantes Album, welches mit zahlreichen Ideen, Effekten und gutem Songwriting gespickt ist. Es verwundert sehr, woher Herr Wilson die Kraft und die Muße hat, den Hörer immer mehr auf seine eigene persönliche und musikalische Reise zu nehmen.

Die Kumpelei zu Sänger Tim Bowness geht zurück in die 80er-Jahre und das ganze Projekt schimpfte sich einst NO MAN IS AN ISLAND. Was folgte, war die Gründung von PORCUPINE TREE. Doch wir wissen um den Umstand, dass Steven Wilson gerne und sorgfältig seine Nebenprojekte pflegt. Stimmlich sind sich Aviv Geffen und Tim Bowness gar nicht so unähnlich und an dieser Stelle sei ausdrücklich angemerkt, dass sich BLACKFIELD und NO-MAN qualitativ nicht großartig unterscheiden. Ganz im Gegenteil: Im BLACKFIELD-Kosmos werden wir zwar auch in melodische und melancholische Klänge eingetaucht, doch das neue "Schoolyard Ghosts" verdeutlicht uns, dass es noch wesentlich ambienter und experimenteller geht.
Tim Bowness ist viel dichter am Schallausgang, klingt direkter und kaum verspielt. Die ausgedachten Themen sind gefühlvoll, sie weisen, wie man bereits im Eröffnungstrack All Sweet Things hört, keinen Kitsch auf und genau deshalb kleben die Songs von NO-MAN für gewöhnlich kaum irgendwo an. Doch was ist der entscheidende Faktor? Der Keyfact ist die Instrumentierung, und vor allen Dingen die Tatsache, dass in den Pianos und Synthies viele versteckte Soundgimmicks zu finden sind, die der einen oder anderen Nummer einen ganz anderen Dreh als erwartet geben. Und das steigert den Wert enorm!
Fast könnte man meinen, dass wir an vielen Stellen ein Plagiat vom 2001er Release "Returning Jesus" hören. Es ist schon teilweise famos, wie es dem Duo gelingt, mit wenigen und dezenten Klängen so viel an bleibendem Eindruck zu hinterlassen. Logischerweise kann und soll man diese Scheibe nicht einfach nur nebenbei anhören, denn nur leichte Konzentration offenbart etwas ganz Besonderes. Und es geht auch druckvoller und vor allen Dingen lauter. Denn Pigeon Drummer kommt gegenüber den zwei vorherigen Songs gewaltig explosiv und abgedrehter daher. Steven Wilson hat sich auf diesem Album für Pat Mastelotto (KING CRIMSON) und seinem PT-Weggefährten Gavin Harrison entschieden, die auf "Schoolyard Ghosts" die Hölzer schwingen dürfen. Alles eine Familie! Dabei schwelgt die Musik ansonsten genauso weiter und die zwischendrin eingestreuten Aggressionen stellen sicher, dass niemand einer gewissen Lethargie verfallen wird.

NO-MAN spielen in den meisten Phasen einfach schön sanft dahin und legen außergewöhnlichen Wert auf ihre Sounds. Ihnen gelingt es eine einzigartige Atmosphäre aufzubauen, so dass selbst beim 12-minütigen Herzstück Truenorth absolut keine Langeweile aufkommt. Vielleicht finden die alten PT-Fans hier genau das, was sie seit "In Absentia" vermissen. PORCUPINE TREE haben auf ihren letzten Veröffentlichungen den Härtegrad deutlich erhört, NO-MAN machen allerdings genau da weiter, wo sie vor ca. 5 Jahren mit "Together We're Strange" aufgehört hatten. Wieder ein sehr gelungenes Album.

Ralf 'Jogi' Ruhenstroth, (Impressum, Artikelliste), 09.05.2008

Sagt uns die Meinung zu diesem Artikel oder ergänzt oder verbessert ihn:

Startseite > CD-Reviews > no-man > Schoolyard Ghosts

 
© Home of Rock 2001 - 2008, Impressum