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Reece

Universal Language

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Universal Language
Universal Language, Metal Heaven, 2009
David Reece Vocals
Andy Susemihl Guitars
Jochen Fünders Bass
Stefan Schwarzmann Drums
Produziert von: Andy Susemihl Länge: 49 Min 28 Sek Medium: CD
1. Before I Die7. Rescue Me
2. All The Way8. Once In A Lifetime
3. Flying Close To The Flame9. We Were Alive
4. Fantasy Man10. Flesh And Blood
5. The River11. Queen Of My Dreams
6. I'll Remember You12. Yellow

Bei David Reece muss man schon ein wenig in der Klamottenkiste wühlen, damit man in seiner Vita auf bekannte Bands stößt, bei denen dieser Mann mitgemacht hat bzw. mitmacht. Unrühmlich bekannt wurde er, als er 1987 die schwere Nachfolge des Sängers bei der Solinger Heavyformation ACCEPT antreten durfte. Das schwache "Eat The Heat"-Album von 1989 zeugt davon. Auf der anschließenden Tournee war dieses Gastspiel dann auch wieder beendet, weil man sich zerstritten hatte und grundsätzlich auflöste. Danach gründete Reece die Band BANGALORE CHOIR, die sich nach einem gefloppten Album ebenfalls wieder auflöste. Reece wurde nicht untätig und gründete SIRCLE OF SILENCE, die 1993 und 1994 jeweils ein Album veröffentlichte und dann wieder in den Analen versank. Nun strapaziert er momentan seine Stimmbänder für die schwedische Hardrockformation GYPSY ROSE und ist mir trotz dieser ganzen Bands nicht durch die Boxen gelaufen. Zwar kenne ich ACCEPT, habe aber die Zeit ohne Udo Dirkschneider nicht weiterverfolgt - der Rest fällt bei mir unter die Rubrik "kenn-ich-nich".

Wie auch immer, Mr. Reece reicht uns nun sein erstes Soloalbum über die Ladentheke. Schon nach den ersten Tönen wird klar, warum das mit ACCEPT nichts geben konnte. Er hat einfach nicht das Organ eines Udo Dirkschneider, sondern ein ganz anderes, viel rockigeres, bluesigeres. Und genau das spielt er auf "Universal Language" in vielen Varianten aus. Zwar werde ich den Eindruck nicht los, dass er scheinbar sein musikalisches Vorbild unter "C" wie Coverdale einsortieren würde, aber das ist nicht weiter tragisch, denn es gibt sicherlich schlimmere Vergleiche. Also, David Reece klingt wie David Coverdale auf der schwachen "Restless Heart"-Scheibe von 1997. Was aber bei Mr. Reece nicht weiter schlimm ist, denn hier erwartet keiner ein superbes WHITESNAKE-Album. Somit kann er im Gegensatz zu Mr. Coverdale nicht enttäuschen. Auch manche Melodieführung hätte auf dem genannten '97er WHITESNAKE-Werk gut seinen Platz gefunden.
Wir halten fest: Mr. Reece weiß wie man rockt, er weiß wie man bluest und dabei noch Melodien für die Ewigkeit schreibt. Somit hat er seine Hausaufgaben mehr als gut gemacht. Die Scheibe macht von vorne bis hinten Spaß und wird noch so manche Runde in meinem Player drehen.

Reece Werfen wir noch einen Blick auf die Begleitband, denn da verstecken sich echte Hochkaräter. Mit Andy Susemihl hat er einen der besten deutschen Metalgitarristen an die Verstärker gestöpselt, der auf "Universal Language" aber erstaunlich wenig heavyt [Pottdeutsch!], sondern ganz entspannt vor sich hinbluest. Die wenigen Soli, die in den Songs auftauchen, sind eine echte Lehrstunde in Sachen Bluesrock und verzücken das Ohr mit angenehmen und nicht ausufernden Passagen. Stefan Schwarzmann sorgt an den Drums für den nötigen Wumms, ist dabei aber in der Lage nicht alles zuzuballern, sondern sich dem bluesigen Feeling völlig unterzuordnen. Erstaunlich, hat er doch mal für ACCEPT die Stöcke kaputtgeschlagen. Am Bass finden wir den ehemaligen 4-Saiten-Zerstörer von HOLY MOSES, die ja jetzt auch nicht gerade für lauschige Musik bekannt sind. Aber auch hier werden keine Heavyriffs aus den dicken Saiten gezupft, alles bleibt schön bluesig, rockig, ab und an hardrockig, wird aber niemals zu einem Geschredder. Das hätte ich bei der Band nicht wirklich erwartet. Von daher bin ich positiv überrascht, was uns da von Metal Heaven vorgestellt wird.

Erstklassige Musiker, die erstklassige Songs kreiert haben und sich mit einem erstklassigen Album empfehlen. Bleibt nur zu hoffen, dass der musikalische Lebenslauf von David Reece nicht noch länger wird. Wobei anzumerken sei, dass er auf der neuesten VOICES OF ROCK auch seine Stimmbänder erzittern lässt.

Friedemann Schmidt, (Artikelliste), 25.08.2009

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