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| 3, Elektrohasch Records, 2007 |
| Tim |
Guitar |
| Marco |
Bass |
| Milan |
Drums |
| Produziert von: Willi Dammeier & Stefan Koglek |
Länge: 41 Min 25 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Auf's Maul? | 6. Drehsturm |
| 2. V-ger | 7. Klar Schiff |
| 3. 3 | 8. Nordend |
| 4. Hart am Wind | 9. Kaltstart |
| 5. Umkehrschub | 10. Transporter |
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Bleibt die Frage: Wie viel anders klängen ROTOR, wenn sie Texte schreiben würden? Die Antwort: Egal, denn glücklicherweise konzentrieren sich die drei Dröhn-Berliner auf ihre Instrumente und versuchen erst gar nicht zu dichten.
Na klar, Instrumentalmusik ist nicht jedermanns Sache, psychedelischer Stoner Rock aber auch nicht, ergo trifft sich die Interessenlage ganz gut, denn wer diese ganz spezielle Art von Musik bevorzugt, kann auf einen Sänger gut verzichten, man hat schließlich alle Hände voll mit wichtigeren Dingen zu tun… Zum Beispiel mit den Interpretationsversuchen von Songtiteln wie Auf's Maul? (schreibt man trotzdem ohne Apostroph), Kaltstart oder Transporter. Oder machen sich ROTOR einfach nur lustig und geben den Kompositionen Namen, anstatt sie zu nummerieren, wie sie es bei ihren CDs bereits tun. Oder man dreht sich einen, während man das Haupt bedächtig zur zähflüssigen Tonlawine wiegt.
Von einem Musikrezensenten wird erwartet, dass er Vergleiche zieht. Das kann man sich bei ROTOR geschmeidig stecken, weil jeder Hörer ganz und gar unterschiedliche Einflüsse hören wird, der eine oder andere vielleicht sogar Billy Gibbons von ZZ TOP, was dann endgültig bizarr wäre, weil es doch minutenlange Nanosekunden davor nach KING CRIMSON klang. Man sollte sich der Einfachheit halber auf Stoner Rock mit deftigen Psychedelic-Anwandlungen einigen und "3" seine Arbeit tun lassen. Grooven.
Zur Verwirrung aller fummelt sich eine Nummer wie Hart am Wind erst akustisch durchs Leben, dann maximal kompliziert und frickelig, und entgegen der Assoziation auf keinen Fall straight. Drehsturm allerdings passt irgendwie, auch wenn das Wort wohl einer ganz anderen Gedankenwelt entsprungen ist. Das Ding dreht und wendet sich wie ein tonnenschwerer Aal auf LSD.
Ab und an wird die Sache wirklich anstrengend, aber dann kommt ein Bass-Riff oder ein Gitarren-Hook, das in seiner primitiven Komplexität an SAINT VITUS oder den frühen Geezer Butler erinnert. Doom also? Ja doch, aber das ist auch wieder zu kurz gedacht.
Apropos SAINT VITUS. "Wino" Weinrich, zuletzt bei THE HIDDEN HAND, wäre im Grunde der einzige vorstellbare Sänger für ROTOR. Da der aber aufgrund lebenslanger persönlicher Differenzen mit wem auch immer nie verfügbar sein wird, müssen/dürfen ROTOR weiterhin ohne Stimme auskommen.
Noch ein Wort zum Sound dieser CD. Freunde retrospektiver Klänge werden zwar nun an einen gepflegten Meuchelmord denken, aber "3" ist klanglich hart an der Grenze zum puren Hörvergnügen von vorgestern. Es brummelt natürlich vollfett, warm und auch perfekt abgemischt daher, aber ein wenig mehr Moderne hätte nicht geschadet. Die Gitarre "matscht" zwischendurch schon arg in Gefilden ganz früher BLUE CHEER herum, und das liegt nicht (nur) an der tiefen Stimmung. Vor 40 Jahren wäre das bahnbrechend gewesen, heute fühlt man sich zwangsläufig ins Soundmuseum versetzt. Aber gut, wenn es unbedingt "vintage" klingen muss… Der Spannung tut es keinen Abbruch.
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