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| Forward In Reverse, Eigenvertrieb, 2007 |
| Ryan McGarvey |
Guitars, Vocals, Tambourine, Harmonica |
| Peter Panagakos |
Bass |
| K.C. White |
Drums |
| Gäste: |
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| Leah Black, John Wail |
Background Vocals (Joyride) |
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| 1. Right In All The Wrong Ways | 6. Someone Like You |
| 2. Joyride | 7. Second Time Around |
| 3. The One That Got Away | 8. Cryin' Over You |
| 4. Watch Yourself | 9. Mystic Dream |
| 5. Texas Special | 10. Blue Eyed Angel Blues |
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Ehrlich, ich hab ja schon an die 1000-mal den kommenden Bluesgitarristen gesehen. Und sie sahen alle so aus: Eine alte abgeschrebbelte Fender (ersatzweise Les Paul) in der Hand und verzückt den Kopf hintenüber gerissen, oder das verzerrte Gesicht mit geschlossenen Augen ganz dicht an den Saiten und irgendeinen Akkord in obersten Bund gegriffen. Hier habe ich sogar beide Bilder im Plattencover, au weia. Ich glaube, diese Hendrix-Bewegungen lernen manche noch vor dem Gitarrespielen.
Ryan McGarvey ist 21 und kommt aus Albuquerque, der größten Stadt New Mexicos. Ist aber nicht die Hauptstadt, denn das ist ja "La Villa Real de la Santa Fé de San Francisco de Asís", die "Königliche Stadt des heiligen Glaubens des heiligen Franz von Assisi". Kurz gesagt Santa Fé.
Und er bedankt sich auch brav beim lieben Gott, bei Mutti und Papi und seinen Geschwistern für die tolle Musik die er machen darf. Außerdem ist seine Art zu spielen Ehrfurcht einflößend, meint Ian Moore und Chris Duarte meint, er mag die Art, wie Ryan McGarvey seinen Sound sucht. Na dann, in den Player mit dem Ding.
Der Opener ist ein Brecher, der so heftig aus den Boxen kommt, dass ich den Verstärker sofort leiser drehe. Ich will ja keinen Ärger mit den Nachbarn haben. Der Gesang versackt etwas darin, ist jedenfalls kaum zu verstehen. Außerdem scheint Ryan eine etwas verquere Wahrnehmung zu haben. Nachdem die Scheibe den Titel "Vorwärts im Rückwärtsgang" trägt, heißt dieses Stück "Richtig auf alle falschen Arten und Weisen".
Mit den verdrehten Titeln ist jetzt aber Schluss. Joyride ist ein ganz normaler Rocker, aber einer von der besseren Sorte. Auch nicht mehr so unmäßig laut wie der Opener. Nur so richtig nach Freude klingt Joyride nicht. Und die Background Vocals beschränken sich auf ein "oh - oh - oh - yeaha." Der Sound ist aber wirklich astrein. Genauso sollte Bluesrock im Jahr 2008 klingen.
Der Texas Special ist dedicated to Freddy King und Steve Ray Vaughan, steigert sich aber in ein Tempo, das keiner der beiden mithalten könnte, selbst wenn sie noch lebten. Natürlich gibt's hier auch keinen Gesang, denn auch der könnte mit dem Wirbel der Finger nicht mithalten. Second Time Around und Cryin' Over You meint man auch schon gehört zu haben, aber sicher in anderer Form, denn hier ist jedes Stück von Ryan McGarvey selbst gemacht. Und aufs feinste möchte ich hinzufügen.
In Mystic Dream klingt die Gitarre streckenweise wie eine Sitar mit Borduntönen, dann wieder normal. Ich weiß nicht wie es gemacht wird, klingt aber schön mystisch. Gesang gibt's hier übrigens nicht - kein Wunder, der ganze Zauber wäre dahin.
Muss ich noch erwähnen, dass dies ein Debüt-Album ist? Und ein absolut tolles. Zehn Titel mit abwechslungsreicher Musik bringen die volle Punktzahl. Singen kann der gute Ryan aus Albuquerque auch noch. Doch bevor wir ihn zu sehr loben, noch ein kleiner Kritikpunkt: Seine Stimme klingt immer so, als ob er traurig ist. Ich weiß nicht, ob ihm gerade die Freundin abgehauen ist, oder ob die Jungs aus Albuquerque allgemein eher schlechte Laune haben, aber wenigstens nach etwas mehr Lebensfreude sollte die CD klingen. Aber das ist, wie gesagt, nur ein kleiner Kritikpunkt, denn bei mir kriegt der junge Ryan 10 mal 5 gleich 50 Punkte. Unübertrefflich, und das bei einem Newcomer.
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