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| The Human Condition, InsideOut Music/SPV, 2009 |
| Rob Moratti |
Vocals |
| Ian Crichton |
Guitars |
| Jim Gilmour |
Keyboards |
| Jim Crichton |
Bass |
| Brian Doerner |
Drums |
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Länge: 47 Min 14 Sek |
Medium: CD |
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| 1. The Human Condition | 6. Now Is Now |
| 2. Step Inside | 7. Let It Go |
| 3. Hands Of Time | 8. Crown Of Thorns |
| 4. Avalon | 9. You Look Good To Me |
| 5. A Number With A Name | |
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Die neue SAGA ist ein kleines Spielchen der Personalien. Das zu allererst. Wenn man genau in diesem Zusammenhang kurz vor der Veröffentlichung des neuen Albums "The Human Condition" eine DVD "Contact - Live In Munich" mit der Aufzeichnung eines Konzertes von der Abschiedstournee des langjährigen Leadsängers Michael Sadler veröffentlicht, dann ist das von zwei Seiten zu betrachten. Einerseits besteht kein Zweifel daran, dass dies gut fürs Geschäft ist. Man muss ohnehin davon ausgehen, dass die letzten Shows mit Sadler unter diesem Gesichtspunkt ein paar Fans mehr, als ansonsten zu erwarten gewesen wären, in die Konzerte gelockt hatten. Und natürlich sind SAGA in der Folge der DVD-Veröffentlichung schon mal wieder in aller Munde. Von daher: Geschickter marktstrategischer Schachzug!
Auf der anderen Seite wird aber auch dem letzten Sympathisanten klar gemacht, welche markante Stimme eben Michael Sadler hatte, ein Markenzeichen einer Band, die bereits seit 1977 mit dieser Stimme erfolgreich unterwegs war. Der neue Mann am Mikro heißt nun Rob Moratti (Ex-FINAL FRONTIER). Ehrlich gesagt, es ist irgendwie verwunderlich, dass der Ersatz so schnell gefunden wurde.
Ist der Ersatz aber auch adäquat? Nein, ist er nicht, um so die wohl spannendste Frage gleich zu beantworten. Moratti ist kein schlechter Sänger, wirklich nicht, aber SAGA müssen in dieser neuen Besetzung damit leben, dass sie so nicht mehr über ein stimmliches Schwergewicht verfügen. Mit etwas mehr Geduld und auch Sorgfalt hätte ein anderes Ergebnis stehen können.
Zweite Personalie: Wir erinnern uns, dass der etatmäßige SAGA-Schlagzeuger Brian Doerner kurz vor der letzten Tournee auf Grund eines Herzinfarktes kurzerhand von Chris Sutherland ersetzt werden musste. Nun, Doerner hat das neue Album eingespielt, wird aber auch auf der kommenden Tour wegen seines Gesundheitszustandes erneut von Sutherland ersetzt werden.
Und wie sieht es mit der Musik aus? Hört man sich den Eröffnungs- und Titeltrack an, dann kann man schnell zu dem Schluss kommen, dass SAGA dieses Mal tatsächlich etwas progressiver - als in der jüngsten Vergangenheit gewohnt - sind. Ich werte die Nummer als Instrumental, die paar stimmlichen (technischen) Dreingaben, die mehr an die in der Szene ungeliebten kommerziellen YES der späten 80er-Jahre sowie STYX erinnern, sind einfach nicht der Rede wert. Ansonsten hören wir in knapp 7 Minuten verschiedenste, wenn auch schon mal von SAGA selbst verwandte Spielereien und eine kleine Wechselhatz zwischen Ian Crichton an der Gitarre und Jim Gilmour an den Tasten.
Moratti kommt im folgenden Step Inside erstmals richtig zum Zuge. Klingt wie ein Fremdkörper, was nach über 30 Jahren Michael Sadler nicht weiter verwunderlich ist. Der Mann scheint sich auch stimmlich anzupassen, denn bei seiner Formation FINAL FRONTIER trieb er sich in höheren Stimmregionen herum. Und es scheint so, als wenn sich SAGA in Angesicht ihres neuen Sängers mit den neuen Kompositionen außergewöhnlich viel Mühe gegeben hätten. Das sind die typischen Klänge der Kanadier, ohne Frage, und doch wird man das Gefühl nicht los, dass die Band mit A Number With A Name endlich mal wieder einen richtigen Klassiker geschrieben hat. Die beiden dazwischen liegenden Songs Hands Of Time als Schmalzballade und Avalon als verkappter AOR-Rocker mit dezent schrägen Anleihen gehen frisch und druckvoll zügig ins Ohr.
In der Abfolge aller Stücke finden wir keinen Ausfall, die erwartete Qualität ist vorhanden, Let It Go zaubert, endlich auch mal wieder mehr progressiv als melodisch "hard" rockend", dem anspruchsvollen SAGA-Fan ein leichtes Lächeln ins Gesicht. Crown Of Thorns offenbart uns schließlich, dass "The Human Condition" eben von allem etwas bietet. Eine super Gitarrenarbeit von Ian Crichton, die gewohnte, mit ordentlich Power ausgestattete Rhythmus-Sektion und durchweg abwechslungsreiche Songs. Deswegen kommt man eigentlich immer wieder einzig und allein zur Eingangsfrage. Ist Rob Moratti der erwartet starke Ersatz für den markanten und prägenden Michael Sadler? Große Schuhe fordern große Taten. Die Instrumentalisten haben vorgelegt und endgültig klar gestellt, dass SAGA ihren Weg unbeirrbar weiter gehen werden. Über Moratti müssen die Fans auch auf der kommenden Tour urteilen. Er singt mehr als ordentlich, dafür aber auch unauffällig und in einigen Tracks vielleicht nicht angemessen und gut genug! Musikalisch ist SAGA endlich mal wieder ein richtig gutes Album gelungen.
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