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| No Good Deed..., Moss Rose Records, 2008 |
| Mike Estes |
Vocals, Guitar, Mandolin, 6-String Bass |
| Kurt Pietro |
Drums & Percussion |
| Luke Bradshaw |
Bass |
| Chris Walker |
Guitar |
| Produziert von: Mike Estes, Kurt Pietro & Skinny Molly |
Länge: 33 Min 20 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Better Than I Should | 6. Whsikey, Cocaine And Blues |
| 2. High Price Of Low Livin' | 7. Me And The Devil Himself |
| 3. Enough Of Nothin' | 8. Too Much |
| 4. Just Me | 9. Miss Fortune |
| 5. Straight Shooter | |
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So langsam haben wohl nun alle Southern-Legendenüberbleibsel ihre Scheiben draußen. Nach der scharf rockenden Live-CD von GATOR COUNTRY kürzlich, kommt nun Kollege Estes mit seinen SKINNY MOLLY und gewinnt direkt den Preis für den doofsten Bandnamen zwischen all den anderen SOUTHERN ROCK ALLSTARS (bei denen offenbar inzwischen die Lichter ausgegangen sind) und Rumpf-Bands à la BLACKFOOT Mark II.
Der Molly ist dem guten Mike Estes längst abhanden gekommen, Dave Hlubek sitzt nämlich wieder bei HATCHET auf der Bühne ("with our blessing of course", wie auf der Homepage wenig überraschend nachzulesen ist), dafür hat er inzwischen drei Jungs ohne große Vergangenheit um sich geschart, und er hat es tatsächlich geschafft neun neue Songs zu schreiben, was ihn von den Coverbands deutlich abhebt. Ganz selbstverständlich ist das nicht, mit Dave Hlubek hätte es mutmaßlich nicht funktioniert, und das Kreativpotential der anderen ehemaligen Südstaatenheroen ist heutzutage bekanntlich auch deutlich beschränkt.
Estes' eigene Versuche seit seinem Zwangsabschied von LYNYRD SKYNYRD waren nicht von überwältigendem Erfolg gekrönt, die NASCAR-Geschichte mit den DRIVIN' SIDEWAYS noch mehr als BRAVE NEW SOUTH, und ansonsten hat sich der zweifache Großvater in den letzten Jahren neben ein paar (fragwürdigen) Gastauftritten vermutlich mehr um andere Dinge als eine konsequente Karriereplanung für SKINNY MOLLY kümmern müssen. Das Geld wächst auch in Tennessee nicht auf den Bäumen.
Wie gesagt, neun eigene Songs, auch wenn die nur 33 Minuten dauern, sind schon mal erfreulich. Aber die sollten dann was zu bieten haben.
Los geht es mit einem erschütternd blechernen Schlagzeugsound und einer trübe plätschernden Countryrock-Halbballade, die eher an einen Singer/Songwriter als an einen Southernrocker erinnert. Die Kurskorrektur erfolgt zum Glück sofort mit High Price Of Low Livin'. Ein Song, den Estes ohne Zweifel auch bei SKYNYRD hätte vorschlagen können, wenn er nicht nur auf der akustischen "Endangered Species" dabei gewesen wäre. Druckvolles Riffing, flottes Gitarrensolo, passender Gesang, alles hübsch straight ahead.
Der Mann kann es schon, keine Frage. Das Gefühl für die Harmonien ist da, das Wissen um den richtigen Moment für eine schneidige Gitarre sowieso, den Blick fürs Country-Genre hatte er schon immer und Peinlichkeiten gibt es auf "No Good Deed…" keine. Allerdings auch keinen Überflieger, der richtig in den Allerwertesten tritt.
Aus dem brillant gesungenen Straight Shooter hätte man mehr machen können, dem Präzisionsschützen fehlt jener Killerinstinkt, der einen guten Song zum Highlight macht. Ähnliches gilt für Whiskey, Cocain And Blues und Too Much, die zwar im Sumpf stehen, aber das leider nur bis zum Knöchel. Es ist eine Frage der Produktion, aber vor allem eine Frage des Mutes, schließlich kann ein Quartet deutlich mehr Spektakel machen, als es die Band hier letztendlich tut. Merke: Stehst du barfuss im Sumpf, musst du dem fiesen Alligator mit der Faust die Zähne einschlagen, sonst knabbert er dir am Zeh.
"No Good Deed…" klingt irgendwie mehr nach Goldfischteich als nach Gator Country, ist gleichwohl eine schöne Platte, die für uns wild eyed southern boys einfach nur einen Touch zu brav ist. Trotzdem gibt es eine gute Note, weil Mike Estes noch Lieder schreibt und uns nicht den zigsten Aufguss der üblichen Songleichen vorsetzt.
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