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Stacie Collins

The Lucky Spot

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The Lucky Spot
The Lucky Spot, Collinsville Music, 2007
Stacie Collins Vocals & Harp
Ken McMahan Lead & Slide Guitars
Dan Baird Guitars, Bass, Percussion & Harmony Vocals
Allen Collins Bass
Paul Griffith Drums
Gäste:
Eric "EBO" Borash Guitar & Lap Steel Guitar
Jack Irwin Hammond Organ & Piano
Britt Savage Harmony Vocals
Produziert von: Dan Baird Länge: 40 Min 31 Sek Medium: CD
1. It Ain't Love6. Baby Sister
2. Long Gone7. Never Ever
3. The Lucky Spot8. Ramblin'
4. Sorryville9. Do You Miss Her
5. Show Your Mama10. Top Of That Mountain

Nein, Stacie Collins ist nicht die Sängerin des Jahrzehnts, das verlangt auch niemand, aber sie hat das, was man bei einem Kerl als Rock'n'Roll-Drecksau-Gen bezeichnen würde, also jene wundersame Erbmaterialverformung, die einen immerzu zwingt, beim geringsten Chuck-Berry-Gitarrenton sofort in die Knie zu gehen und lässig zu wippen. Bei einer Frau verbieten sich schmutzige Tiernamen selbstverständlich, auch wenn es nur eine musikalisch-medizinische Diagnose ist, aber Mrs. Collins hat etwas, das nur wenige Männer und noch weniger Frauen besitzen: Bock auf Rock & Roll.
Sie hat schon mit Warner E. Hodges, ähm, gespielt und vor zwei Jahren mit Dan Baird ganz offensichtlich ihr männliches Pendant gefunden. Jedenfalls musikalisch, verheiratet ist sie mit ihrem Bassisten Allen. Aus der, sorry, befruchtenden Begegnung mit dem alten Dan ist nach dem achtbaren aber letztendlich konturlosen Debutalbum von 2001 die CD "The Lucky Spot" geworden...

… Und die geht ab wie nix, auch wenn Frau Collins standhaft behauptet: It Ain't Love. Stimmt ja auch, es ist dein eigener verdammter Fehler, wenn du auf zwei Gitarren, Harp und Wummer-Bass'n'Drums stehst.
Um von dieser Macho-Schiene wegzukommen sei abschließend gesagt, dass der Satz "C'est la vie" von einer Schönheit wie Stacie Collins wahnsinnig aufregend klingt, verpackt in einen Shuffle wie Long Gone noch aufregender. Wieder gibt McMahan alles und Baird den Rest, dazu das nicht spektakuläre aber treffsichere Mundharmonikaspiel Collins'; so sexy kann simpler Rock & Roll klingen.
Stacie Collins Wenn Stacie die Harp spielt, erinnert das beizeiten an Magic Dick, den genialen Mundharmonikavirtuosen der J. GEILS BAND, der leider bei den letzten Platten des einstmals dampfenden R&B-Trains zugunsten zunehmend schwacher Popmusik in den Hintergrund treten musste. Diesen Zwängen muss sich Stacie Collins nicht unterwerfen, sie hat keine Pophits wie Freeze Frame, sie kann ungeniert zu knochentrockenen Bluesrockern wie Show Your Mama ins Horn blasen.
Klar ist, Nummern wie Baby Sister sind in 99% aller Fälle banal. Diesen Rock'n'Roll hat man schon so oft gehört, dass er ohne die gebündelte Collins-McMahan-Baird-Collins-Griffith-Power einfach fad wäre. Ältere Kolleginnen wie beispielsweise Bonnie Raitt haben schon seit vielen Jahren Probleme mit solchen Songs, können vielleicht noch bei einer Grammy-Verleihung begeistern, aber das echte Publikum fühlt sich bei derlei Mucke nur noch von wirklich enthusiastischen Musikern angesprochen. Versprochen: auf "The Lucky Spot" sind nur Fanatiker vertreten, keine "Hired guns" aus der Musikermafia.
Country der Anti-Nashville-Art in Ramblin', die schöne Ballade Do You Miss Her, zum Schluss der deftige Rootsrocker Top Of That Mountain mit einem Ehrfurcht gebietenden McMahan-Solo, die 40 Minuten vergehen verdammt schnell.

Es ist natürlich zweifelhaft, ob Stacie Collins außerhalb ihres üblichen Wirkungskreises in und um Nashville mit dieser Bandbesetzung dauerhaft auftreten kann. Mit Ken McMahan war sie schon 2005 in Europa unterwegs, vielleicht ergibt sich eine ähnliche Konstellation nochmals. Jedem Clubbesitzer sei gesagt, dass Stacie Collins die Hütte anzünden wird.

Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 21.01.2009

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