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| Stargazer, Avenue Of Allies, 2009 |
| Tore André Helgemo |
Vocals |
| William Ernstsen |
Guitars, Keyboards |
| Morten "Morty Black" Skaget |
Bass |
| Steinar Krokstad |
Drums |
| Produziert von: T.A. Helgemo, William Ernstsen & Rune Nordal |
Länge: 44 Min 53 Sek |
Medium: CD |
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| 1. I Needed You | 7. Keep The Good Times |
| 2. Push Me | 8. Working On The End |
| 3. Brother Against Brother | 9. The Cage |
| 4. This Is The Night | 10. Dancing On Your Grave |
| 5. Whirlwinds | 11. Window To The World |
| 6. You Are The One | |
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Die 80er sind bekanntlich momentan wieder völlig angesagt, da passt ein Melodic Hard Rock Bandprojekt wie STARGAZER aus Norwegen ganz gut in den "Zeitgeist". Die Band (die noch keine echte Band ist) ist neu, die beiden Vordenker nicht mehr ganz jung, die Musik ist "live from the 80ies" und der Sound ist famos.
Nun waren die 1980er wahrlich kein gutes Jahrzehnt für die Rockmusik der genannten Provenienz, man muss an dieser Stelle nicht an die grässlich aufgeblasenen Produktionen mancher Superstars erinnern, und wer WHITESNAKEs "1987" immer noch für einen Meilenstein hält… na ja, Schwamm drüber. Fast ein Vierteljahrhundert später fallen die Produktionen (aus Kostengründen) und das Gehabe der Protagonisten (aus Peinlichkeitsgründen) deutlich dezenter aus und, siehe da, schon ist eine im Grunde sehr ähnliche Musik ein richtiges Schmankerl.
Hauptverantwortlich dafür sind der Sänger und Songschreiber Tore André Helgemo und der Gitarrist William Ernstsen, die sich für ihr STARGAZER-Debüt mit Morty Black (ehemals bei TNT) am Bass, dem früheren STAGE DOLLS Schlagzeuger Steinar Krokstad sowie dem in Norwegen schwer gefragten Produzenten Rune Nordal verstärkt haben. Herausgekommen ist eine tatsächlich beinahe Flop-freie Hard Rock CD, die in ihren guten Momenten mitreißend nach vorne geht und in den ein, zwei drögen Songs keinesfalls übler als die blondierten Vorbilder ist. Helgemo ist ein wunderbarer Sänger, bei dem man sich wundert, dass er nicht früher ins Geschäft eingestiegen ist, seine und Ernstsens erste gemeinsame Band F.R.I.E.N.D. kam zwischen 2005 und 2008 wohl nie über die Stadtgrenze von Trondheim hinaus. Der Mann kann herrlich in den höchsten Tönen phrasieren und kriegt immer die Kurve zurück zum straighten Rock ohne Eierkneifzange, sogar den an SAGA angelehnten Schnellsprech-Zungenbrecher Window To The World schafft er bravourös. Und dazu spielt Herr Ernstsen eine durchgehend messerscharfe Gitarre. Bitte, neu ist das natürlich keineswegs, aber wer auf Adrian Vandenberg und John Sykes in Hochform steht: hier gibt es die Vollbedienung.
Zusammen mit der Rhythmusabteilung und durch den ernsthaft großartigen Klang blasen einem Stampfer wie Push Me, You Are The One oder Keep The Good Times wohltuend um die Ohren. Die echten Highlights heißen allerdings Working On The End (WHITESNAKE-Intro, Melodic-Herzstück, Rock'n'Roll-Refrain), Dancing On Your Grave, das mit seinem Bollerbass, den perfekten Galopp-Gitarrenlicks und Helgermos Gesang nicht mehr aus dem Kopf gehen will, und schließlich das angesprochene Window To The World.
Melodic Rock hat es manchmal schwer bei uns Ketzern, aber es wäre wirklich schade, wenn "Stargazer" in der sinnlosen Flut der Veröffentlichungen untergehen würde. Helgemo und Ernstsen sind gut, richtig gut, und man könnte sich beispielsweise eine gemeinsame Tour mit dem anderen großartigen Norweger Jørn Lande vorstellen.
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