|
|
| Another Dawn, Magna Carta Records, 2010 |
| James Crocker |
Electric & Acoustic Guitars, Baritone Guitar |
| Damien Gonzalez |
Bass, Djembe, Harmony Vocals |
| Adolfo Lazlo |
Drums | |
| Michael Mullen |
String Violins # 4,5 & 7, Viola, Harmony Vocals |
| Lief Sorbye |
Lead Vocals, Mandoguitar, Mandolins, Octave Mandolas, Flute, Harmonica, Bodhran, Tambourine |
| Gast: |
|
| Robert Berry |
Keyboards, Background Vocals |
| Produziert von: Robert Berry |
Länge: 44 Min 42 Sek |
Medium: CD |
|
 |
 |
| 1. Let's Live For Today | 6. Jomfru |
| 2. Verses Of Grace | 7. Dagda's Harp |
| 3. The New Squire | 8. The Moving-on Song |
| 4. Great Departure | 9. Black Jack Davy |
| 5. Never Tire Of The Road | 10. High Rise |
 |
TEMPEST? Ich lese im Monat das eine oder andere oder sonstige Rock Magazin, bin auf den verschiedenen Seiten unterwegs, unterhalte mich mit Leuten über Musik - aber TEMPEST? Ja, die von Mr Hiseman of COLOSSEUM Fame damals, die zwei Platten gemacht haben, die kenne ich. Aber eine Celtic Rock Band mit diesem Namen?
Die Zeit ist also reif, das zu ändern, denn TEMPEST haben soeben ihre 15. (fünfzehnte!!!) Platte veröffentlicht, 12 davon sind Studioarbeiten. Umso mehr ein Grund, sich zu wundern, dass man noch nie etwas …. Aber das sagte ich ja bereits.
Celtic Rock also - Gefiedel und Gegniedel auf der Geige, whiskyschwangere Stimmen der rauen Art, ein Holper-zwei-drei Rhythmus, und alle haben Spaß, wenn genügend blindmachender Fusel die Kehle runter gerollt ist? Nein, die TEMPEST sind das auch nicht, oder besser - so ist die Musik nicht.
Natürlich gibt es hier diese Harmonien, wohl jedem bekannt von irisch Jigs und Folk Musik allgemein. Die Gefahr der Langeweile - kennt man einen Track, kennt man alle - ist nicht zu leugnen. Und dem begegnet die Band mit einer sehr munteren Rhythmusgruppe, einer Vielzahl von Saiten und Zupfinstrumenten, und vor allem Mutter Rockgitarre, und das alles macht das hier zu einem sehr abwechslungsreichen Album.
Die Jungs haben ihr Studium der Dynamik mit Meisterbrief abgeschlossen, und zusätzliche den Kurs 'Abwechslungsreiches Arrangieren' mit Auszeichnung beendet. Außer dem ersten Track (der damals von der Band GRASS ROOTS bekannt gemacht wurde, und das sogar wohl vor meiner Zeit!) Let's Live For Today sind alle Tracks selbst geschrieben. Der eben genannte beginnt das Album dann auch in Merry-Go-Happy Manier mit mitreißendem Refrain, und eben der schon erwähnten rhythmischen Differenzierung im Mittelteil. Wenn Du aber noch Angst hast, dass Du hier ein reines Pop Album im Player hast, sind die weiteren Tracks deutlich mit Elementen der irischen oder norwegischen Folksmusik (gemeint ist Jomfru, heißt Jungfrau, und handelt von dem Diebstahl einer solchen, damals, in den finsteren Zeiten - eine wahre Geschichte) unterlegt - die muss man nun schon goutieren, wenn man diese Platte mögen will.
Bis auf Dagda's Harp, dass rein akustisch und sehr folkig ist, sind die Tracks alle von James' elektrischer Gitarre vorangetrieben, und die vielstimmigen Solos von Gitarre, Fiedel und Mandoline, Flöte, Mandoline und sonstigen umschwirren einander, kommen zusammen, wechseln sich ab und unterstützen einander dass man seine Freude hat. Die längeren Tracks wie eben Jomfru, Great Departure oder vor allem auch der letzte Track High Rise sind Paradebeispiele für den sorgfältig geplanten und ausgeführten dynamischen Songaufbau; jeder eine kleiner Free Bird, wenn man so will, oder ein Thick As A Brick. Never Tire Of The Road, eine Hommage an Woodie Guthrie, und die Womanizer Story Black Jack Davy sind kürzer, aber nicht schlechter.
Erinnert wird man etwa an die Musik von EAST OF EDEN, THE HORSLIPS mit ihrer Celtic Symphony oder eben JETHRO TULL, die ja auch viele, obgleich eher englische, Folksanleihen gezeichnet haben.
Auf der TEMPEST Site kann man sich die Tracks vorab anhören, bevor man sich, wenn man wie gesagt irisch-nordisch gefärbte Volksmusik mit Hard Rock garniert mag, diese CD unbedingt zulegt. Ich weiß leider nicht, ob die zu den besseren Platten im Katalog von TEMPEST zählt - anzunehmen; mal sehen, ob wir da noch nachlegen können.
|