HoR Logo kl CD-Review:

The Fantastic Boogaloo Kings

Live In Switzerland

Logo Home-of-Rock

Live In Switzerland
Live In Switzerland, Eigenvertrieb, 2007
Mello Yellow Vocals, Harp
Martin Czemmel Guitar, Vocals
Andrea Tognoli Bass, Vocals
Colin Jamieson Drums, Percussion
Produziert von: The Fantastic Boogaloo Kings Länge: 64 Min 42 Sek Medium: CD
1. Going Home8. Wino Ballad
2. Watch Out9. Aint That Lovin You
3. Red Light Lady10. My Buddy Buddy Friends
4. Traditional11. Chicago Weather Woman
5. Rockin Robin / Little Bitty Pretty One12. Marschackerboogie
6. Acidboogie13. Pill Poppin Son Of A Bitch
7. Greasy Gravy

Die Musiker der FANTASTIC BOOGALOO KINGS bringen alle reichlich Erfahrung mit ein. Sie haben bei Maisha Grant & The Bluesfeeling gespielt, in der Mick Pini Band oder bei Axel Zwingenberger. Der Sänger Mellow Yellow behauptet von sich, dass sein extravagantes Harpspiel stilistisch in direkter Verbindung zu seinem energiegeladenen aber ungehobelten Gesang steht. Der Drummer Colin "The Highlander" Jamieson ist mit rund sechzig Jahren der älteste, die anderen haben die fünfzig Jahre hinter sich, nur Mellow Yellow ist gerade 43. Andrea Tognoli studierte Anfang der 80er Jazz in der klassischen Mailänder Musikschule "Nuova Milano Musica". Und Gitarrist Martin "Professor" Czemmel tourte Anfang der 90er mit dem Blues Superstar Luther Allison und zog sich danach aus der Musikszene zurück. Mellow Yellow konnte ihn wieder aktivieren und holte ihn in seine FANTASTIC BOOGALOO KINGS.
Wer noch nichts von ihnen gehört hat, geht am besten erstmal auf der Homepage boogalookings.de und schaut sich ein Video von einem Konzert an. Diese begeisterte, schwitzende, stampfende Musikmaschine ist so überzeugend, dass man sich danach auch eine Live-CD wie diese anhören kann, ohne einen Schock zu kriegen.

Die Musik ist sehr sauber, jedes Instrument steht einzeln und ist klar herauszuhören, die Gitarre ist nur wenig gezerrt. Mello Yellow, der Junior unter den älteren Herren, klingt wie ein uralter Bluessänger, das macht das Zusammenspiel interessant. Bei Red Light Lady gibt's erstmals eine zweite Stimme und ein Drumsolo mit Harp-Einwürfen. Und im Traditional bekommt der Gitarrist mal Gelegenheit, zu zeigen, was er drauf hat.
In Little Bitty Pretty One haben zwei Minuten und 18 Sekunden lang das Vergnügen, Mellow Yellow auf der Bluesharp zuzuhören. Bei Greasy Gravy zeigt sich, dass Yellow nicht nur den typischen Blues auf der Harp beherrscht. Das Lied ist eher langsam und getragen, und die Mundharmonika klingt wirklich geil. Und Wino Ballad, die Erzählung vom Weintrinker, klingt wie eine Umarbeitung des House Of The Risin' Sun, nur aus der eigenen Sicht betrachtet.
Auch der Marschackerboogie ist noch mal ein Stück mit vielen Soli und einem langen Drumsolo und mit Pill Poppin Son Of A Bitch geht's dahin wie vier Derwische.

Wer sich die CD kauft (wozu ich unbedingt rate) und meint, nun eine feine Scheibe zur Untermalung bei Abendessen zu haben, der irrt. Aber auf der nächsten Fete, wo es auf die Lautstärke nicht so ankommt, geht der Silberling ab wie ein Zäpfchen. Dank der FANTASTIC BOOGALOO KINGS wird die Fete zum Stadtgespräch.
[Home of Rock distanziert sich an dieser Stelle ausdrücklich vom Aufruf des Autors zur Erregung öffentlicher Erregung.
Kleiner Tipp noch: Mit einer geschickt platzierten Bassbox auf der Terrasse, kann man den G.-Zwerg des Nachbarn locker vom Zäunchen blasen. Red.]

Manfred Hörstmann, (Artikelliste), 06.05.2008

Sagt uns die Meinung zu diesem Artikel oder ergänzt oder verbessert ihn:


 
© Home of Rock 2001 - 2008, Impressum