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| Lunch At The Lady Garden, India Records/Rough Trade/Big Lake, 2007 |
| John Miles Jr. |
Guitar, Backing Vocals |
| Johnny Boyle |
Lead Vocals, Guitar |
| Neil Harland |
Bass |
| Simon Terry |
Drums, Backing Vocals |
| Produziert von: John Miles |
Länge: 46 Min 03 Sek |
Medium: CD |
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| 1. She Made Me Do It | 7. Revolution |
| 2. Better Off Without You | 8. Blue Steel |
| 3. Where Do We Go From Here | 9. Searching For Heaven |
| 4. Train Past Midnight | 10. Lonely Road |
| 5. Forever And A Day | 11. Easy Chair |
| 6. Baby Now I | 12. Come Back To You |
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Mmmh, Classic Rock, lecker. THE URGE aus Newcastle in England, im ersten Moment fühlt man sich an die ähnlich gestrickten THE ANSWER erinnert, aber dann dämmert es langsam.
Holla, der Kerl an der Stimme klingt doch in seinen besten Momenten nach Frankie Miller, schlechtestenfalls nach Chris Norman und immer wieder nach Danny Bowes von THUNDER. Dazu kommt, dass er aussieht wie., ach, schaut es euch doch bei YouTube selbst an. "Baby now I do it all 4U". THE URGE tun es wirklich und schaffen sich auf ihrem Album prächtig. Schweiß und brennende Füße inbegriffen.
Chef und Hauptsongwriter ist ein erblich vorbelasteter junger Mensch, John Miles der Jüngere nämlich. An dieser Stelle kein böses Wort über den Senior, wie auch, der Mann hat sich 1976 mit seinem Album "Rebel" (das mit dem James Dean Verschnitt auf dem Cover) und natürlich speziell mit Music unsterblich gemacht. Man wird schließlich nicht gezwungen, seine Ergüsse zu hören. Vor 40 Jahren hatte er übrigens eine gleichnamige Band.
John Jr. hat ebenfalls schon lange (1994-1996) seine "Night of the Proms" Erfahrungen gemacht und mit einigen der schrecklichsten Pop-Gestalten der Achtziger zusammengearbeitet. Dass er jetzt mit im Grunde völlig unkommerziellem Retro-Rock daherkommt, erscheint im ersten Moment überraschend, er selbst erklärt es mit seiner angeborenen Liebe zum Blues und seinen Babys. Lassen wir so stehen, denn THE URGE klingen glaubhaft. Und sie knallen.
Die oben genannten Kandidaten plus eine in "gesittete" (= weniger rotzige) Bahnen gelenkte Mischung aus den QUIREBOYS und DIAMOND DOGS zuzüglich einiger Hit-Versuche könnte die Musik auf "Lunch At The Lady Garden" in etwa beschreiben, Miles selbst spielt dabei die Gitarre und beeindruckt mit sachdienlicher Power, mal schwer riffend, mal knapp aber trefflich solierend. Very THUNDER, das.
Es ist konservative Musik, im Fall von z.B. Revolution etwas einschläfernd konservativ ("Cos its U I want, I don't want a revolution", nun ja), dann wieder konservativ im Sinne von AC/DC, mit traditionsbewusstem Wipp-Groove (Blue Steel), immer schön in den Siebzigern verwurzelt und, das wird wohl leider bei solchen Tönen nicht mehr änderbar sein, auf ein Publikum jenseits 35 ausgerichtet. Die bedauernswerten Kids kennen so etwas nicht mehr und dürften sich bei den "Huhuhu" Backings im tollen Stampfer Lonely Road eher peinlich berührt fühlen. Sogar das nur bedingt geschmackssichere Macho-Cover entspricht einem lange vergangenen Zeitgeist. Die Beine der Lady sind allerdings bemerkenswert.
John Miles Jr. hat geschafft, was sein Vater Zeit seines Wirkens auf seinen eigenen Platten nie konnte, nämlich straighten Rock mit schmucken Arrangements zu vereinen. Hammond, Piano, scharfe Bläser, Papis gelungene Produktion (alle leider ohne Credits im Booklet) und die Band selbst machen "Lunch At The Lady Garden" zu einem sehr britischen und herrlich satt schmatzenden Werk. Magerkost ist das garantiert nicht. Bleibt nur zu hoffen, dass Miles nicht die Lust an diesem Spiel verliert und sich wieder einkommensträchtigeren Jobs widmet, denn so eine Band kann man immer brauchen, ob im CD-Player oder im November auf Club-Tour durch Deutschland. Hervorragend!
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