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CD-Review:
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Ganz ehrlich: Wer seine 'Band' U BAHN-KONTROLLÖRE IN TIEFGEFRORENEN FRAUENENKLEIDERN nennt kommt entweder aus Hessen oder hat gewaltig einen an der Waffel! In vorliegendem Fall trifft sogar beides zu. DIE KONTROLLÖRE (der Einfachheit halber unterschlagen wir ab sofort die U-Bahn und die tiefgefrorenen Frauenkleider) sind ein A-capella-Ensemble, das über einen ziemlich schrägen und bisweilen zotigen Humor verfügt und vor allem in der Comedy-Szene über eine nicht zu unterschätzende Anhängerschaft verfügt. Was aber haben DIE KONTROLLÖRE nun im Home Of Rock verloren? Eigentlich nichts, aber hier tummeln sich ja ohnehin die seltsamsten Interpreten. Außerdem hat doch jeder eine Chance verdient, und so hab ich mich todesmutig an "Vollgas" herangewagt. Ja, was soll ich sagen? Das Album hat was! Schon der Opener Vollgas, gegen den ein Rüdiger Hoffmann-Beitrag fast schon Speed-Metal ist, lässt einen vor sich hin grinsen. Das sich anschließende Kaktus, eine Persiflage auf RAMMSTEIN ist der totale Hammer und man mag kaum glauben, dass DIE KONTROLLÖRE sämtliche Sounds mit ihren Stimmbändern zuwege bringen. Keine Frage, die Jungs sind technisch wirklich Klasse. Killing in the name von RAGE AGAINST THE MACHINE gefällig? Bei den KONTROLLÖREN kein Problem, und wenn man schon dabei ist, werden in dem Song gleich noch Puttin' on the Ritz, ein typisches Seventies-Gitarrensolo und Chorgesänge im Stile von URIAH HEEP mit verwurstet. Das ist abgefahren, originell und macht einfach Laune. Wirklich nett auch die Adaption von EARTH, WIND & FIREs Fantasy mit den völlig überdrehten Chorgesängen. Rio Reisers Junimond ist einfach eine Megaballade, der DIE KONTROLLÖRE erfreulich viel Respekt entgegen bringen und den Klamauk auch mal außen vor lassen. Die eigenen Kompositionen der KONTROLLÖRE erinnern bisweilen an DIE ÄRZTE, nicht nur, aber auch weil man über einen mit den Berlinern vergleichbaren Sprachwitz verfügt. Insgesamt bietet "Vollgas" doch einige wirklich tolle Nummern. Es ist sicher kein Album, dass ich mir jetzt unbedingt drei Mal die Woche reinziehen muss, aber so ab und an macht das schon Spaß. Wer zum Lachen also nicht permanent in den Keller geht, der könnte am Hardcore A-capella DER KONTROLLÖRE durchaus Gefallen finden und sollte das Album einfach mal antesten.
Martin Schneider, ( Impressum,
Artikelliste), 14.12.2007
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