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Curved Air

Airborne

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Airborne
Airborne, Repertoire Records, 2011
Sonja Kristina Vocals,
Darry Way Violin, Keyboards
Stewart Copeland Drums
Mick Jacques Guitars
Tony Reeves Bass, Keyboards
Gäste
Robin Lumley Piano on Broken Lady
Alan Skidmore Sax on Hot And Bothered
Henry Lowther Trumpet on Hot And Bothered
Franbk Ricotti Congas
Jack Emblow Accordeon on Broken Lady
Bob Sargeant Organ on Desire, Kids To Blame
Produziert von: Dennis MacKay Länge: 41 Min 49 Sek Medium: CD
1. Desiree7. Heaven (Never Seemed So Far Away)
2. Kids To Blame8. Hot And Bothered
3. Broken Lady9. Dazed
4. JunoBonus Track:
5. Touch Of Tequila11. Baby Please Don't Go
6. Moonshine

Der letzte Streich der Band um Sonja Kristina setzt das fort, was bei "Midnight Wire" begann - eine Hinwendung zu einfach gestrickten, erdigeren Rocksongs, ohne das Prog Erbe zu verleugnen. Die Albert Brüder, die als Produzenten "Midnight Wire" so auf US Kurs getrimmt hatten, wurden ersetzt, und so klang das Ganze wieder europäischer und wieder AIR-iger.

Desiree, Kids To Blame, Heaven (Never Seemed So Far Away) und Hot And Bothered (mit tollem Sax Solo und sehr funky, Modell CHICAGO) sind alltime-taugliche Rocker, wobei es wieder eine Problem mit der Rocktauglichkeit von Sonjas Stimme gibt, aber dazu unten mehr. Broken Lady ist eine wundervolle, auf Sonja zugeschnittene Ballade, Juno ein leicht erscheinender poppiger Progsong mit Glockenspiel und flirrender Atmosphäre voll nervöser Energie. Auf Touch Of Tequila gibt es dann den Versuch, den Jimmy Buffet des Prog zu geben, und der Song geht runter wie der Drink.

Moonshine ist eine Elegie mit Flöte, Geige - auf Kristina zugeschnitten, nimmt in der Mitte an Fahrt auf und entwickelt sich zu einem sehr wohlkonstruierten Prog Stück. Über einem Synth Teppich werden allerlei Exkursionen ins CURVED AIR Glory Land unternommen - sehr gelungen, anspruchsvoll, ohne vertrackt zu sein; fließend, ohne langweilig zu werden, ein Highlight.

Es herrscht Spannung zwischen dem ätherischen Sonja-Wesen der Musik und dem erdigen Guitar Holzfällertum Micks. Das wird besonders bei den eher rockigen Tracks deutlich, wo man mehr auf die instrumentalen Beiträge geachtet hat als darauf, Vokallinien für Sonja zu schreiben. Dennoch und gerade wegen Mick Jacques ist diese CD hier eine ganz ausgeschlafene, extrem eingängige Angelegenheit. Apropos: die noch zu besprechende Live CD der Band zeigt in aller Schärfe, dass Frau K. eine ganz famose Sängerin mit richtig Druck in der Stimme ist - nur kommt das im Studio nie (bei keiner Platte) richtig rüber, da sie sich hier - wie sie sich selber im Booklet beschwert - nach den Vorgaben der Songschreiber richten muss. Die konnte viel mehr, die Dame, als sie immer zeigen durfte, und das kam nur live zum Tragen.

Dennoch bestand für die Band hiernach die Frage "Quo vadis, Luftikusse?" Ein Metzgergeschäft wie JEFFERSON AIRPLANE aufmachen, die einstmals so außergewöhnliche Wurst jetzt als Popsülze anbieten? Zurück in den Altkleiderhandel des Früh-siebziger Prog und eine Stauballergie kriegen? "Let's call it quits!" dachte man, und schickte Copeland los zur Polizeistation, nicht ohne ihn an diesen Blondschopf Sting zu erinnern. Sonja, die Posh Spice des Prog, arbeitete auch noch an späteren Inkarnationen der Band mit - sie ist die Inkarnation der Band, des female Prog. Gute Platte.

Dietrich Gastrock, (Artikelliste), 15.11.2011


 
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