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David Roberts

All Dressed Up, Better Late Than Never, The Missing Years

(Werkschau)
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Avenue Of Allies
Mehr Info:
All Music Guide (englisch)

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All Dressed Up
Better Late Than Never
The Missing Years
All Dressed Up, Avenue Of Allies, 2011 (1982)
David Roberts Vocals, Keyboards, Background Vocals
Michael Boddicker Synthesizer
Bill Champlin, Joe Chemay, John Joyce, Tom Kelly, Jim Haas Background Vocals
Paulinho Da Costa Percussions
Gary Herbig Saxophon
David Leonhard Linn Machine
Steve Lukather Guitars
Greg Mathieson Keyboards, Synthesizer
Jeff Porcaro Drums, Percussions
Mike Porcaro Bass
Produziert von: Greg Mathieson & Jay Graydon Länge: 38 Min 42 Sek Medium: CD
1. All In The Name Of Love6. Wrong Side Of The Tracks
2. Too Good To Last7. Midnight Rendezvous
3. Someone Like You8. Anywhere You Run To
4. Boys Of Autumn9. Never Gonna Let You Go
5. That's My Girl (She's Still Mine)10. Another World
Better Late Than Never, Avenue Of Allies, 2011 (2008)
David Roberts Vocals, Keyboards, Background Vocals
Mike Baird, Shannon Forrest Drums
Tim Buppert, Lyle Gudmunsen Background Vocals
Pat Coil Keyboards
Luis Conte Percussion
J. T. Corenflos, Michael Landau, Brent Mason Guitar
Abraham Laboriel Sr., Larry Paxton Bass
Greg Mathieson B3 Organ, Keyboards
Fred Mollin Guitar, Banjo, Tambourine
Produziert von: Greg Mathieson & Fred Mollin Länge: 43 Min 35 Sek Medium: CD
1. Best Thing I Never Had6. Be Gentle With My Heart
2. Better Late Than Never7. Eight Wonder
3. Someone Else's Song8. This Is How I Say Goodbye
4. Before I Go9. If I Woulda' Been There
5. Stay With Me Tonight10. What I've Been Missing
The Missing Years, Avenue Of Allies, 2011
David Roberts Vocals, Keyboards, Arrangements, Programming
John Albani Guitar (One Soul)
Stan Meissner Guitar (I Still Believe, Love Waits For No-One, The Sun Will Rise Again)
Anthony Vanderburgh Guitar (Higher Power)
Produziert von: David Roberts, Arnold Lanni & Anthony Vanderburgh Länge: 67 Min 37 Sek Medium: CD
1. Run Back9. Higher Power
2. Misunderstood10. One Soul
3. Gone But Not Forgotten11. No Ordinary Girl
4. Until Your Heart's Content12. Cry Me A River Tonight
5. Run Away With Me13. I Still Believe
6. Forbidden Fruit14. Love Waits For No-One
7. Nothing Matters Tonight15. The Sun Will Rise Again
8. I Love You So Much It Hurts

1982 war für David Roberts ein ganz besonderes Jahr. Bis dahin hatte er ein paar Lieder geschrieben und sich gewünscht, diese mal mit bedeutenden Musikern aufzunehmen. Also begab er sich auf die Suche und fand als erstes Greg Mathieson. Der war zu der Zeit ein junger, aufstrebender Keyboardspieler mit Ambitionen auf den Produzentensessel. Und weil David Roberts nun mal diesen Traum hatte, musste Mr. Mathieson auf dem Produzenten- und Keyboardhocker Platz nehmen. Was wäre aber ein Traum, wenn er nicht wirklich traumhaft wäre. Zufällig hatte dieser Mann nämlich einen ganz guten Draht zu einer sehr angesagten Truppe namens TOTO. Und weil die nachts im Studio an ihrem Album "IV" arbeiteten, hatten sie tagsüber Langeweile und somit Zeit auf dem Debütalbum von David Roberts mitzuwirken. So konnte man Steve Lukather sowie die beiden Porcaro-Brüder dazu überreden, in den nächsten Tagen ohne Schlaf auszukommen, und begann mit den Aufnahmen zu "All Dressed Up".

Mit den genannten Musikern hatte man nun die erste Garde des West-Coast-Rock am Start, was dazu führte, dass "All Dressed Up" zu einem weiteren West-Coast-Rock-Album wurde. Musikalisch ist es zwischen CHICAGO, Richard Marx und den einfach gestrickten TOTO anzusiedeln, womit alles über das Album gesagt ist. Leider ist es Avenue Of Allies, die diesen Diamanten wieder entstaubten, nicht wirklich gelungen, die Patina der 80er-Jahre aus dem Sound zu popeln, was dazu führt, dass man eine CD in den Händen hält, die klingt, als hätte man sie auf dem Trödelmarkt gefunden. Das mag zwar einen gewissen Charme versprühen, richtig gut ist das aber leider deswegen nicht.

Ein paar Jahrzehnte zogen ins Land, wir schreiben das Jahr 2008 und David Roberts kann in seiner Vita auf einige Erfolge verweisen. Allerdings nicht mit seiner eigenen Musik, vielmehr damit, dass er für andere Bands (BAD ENGLISH, LEE AARON, HOUSE OF LORDS u. a.) Songs geschrieben hat oder andere Künstler Lieder seines Debüts gecovert haben. Anywhere You Run To wurde von Diana Ross interpretiert, Ramsey Lewis und Nancy Wilson trällerten Midnight Rendezvous im Duett und die NIELSEN/PEARSON BAND versuchte sich an Too Good To Last. Scheinbar gab es trotz der langen Zeit nach wie vor eine große Nachfrage nach der Musik von David R. Wie sonst erklärt sich, dass das Album bei einem großen Auktionshaus mit $ 300.000 gehandelt wurde. Das faszinierte den Künstler selbst und weil er nie aufgehört hatte Songs zu schreiben, dachte er sich: "Besser spät als nie - her mit der Marie, jetzt gibt's ein neues Album von mir." Stillstand ist der Tod, mag sich Mr. Roberts gedacht haben, nahm sich zwar den gleichen Produzenten zur Hilfe, trommelte aber nicht die TOTO-Jungs zusammen, sondern gruppierte eine neue Backingband um sich herum. Soundtechnisch geht's hier schon wesentlich druckvoller zu Werke, musikalisch wird die gleiche Klientel angesprochen, wie auf dem Debüt.

Weil der gute Mann in den letzten Jahrzehnten mehr Songs geschrieben hat, als von anderen Künstlern gebraucht wurden, blieben einige seiner Lieder auf der Strecke. Damit sie nicht ungehört auf dem Dachboden verstauben, gibt es nun dieses Jahr und ganz aktuell das dritte Album von David Roberts. "The Missing Years" hat sich diese Lieder zur Brust genommen und damit ein weiteres Mal bewiesen, dass Herr Roberts ein begnadeter AOR-West-Coast-Songschreiber ist. Leider auch nicht mehr. Wer auf diese zart-sanft dahindümpelnde Musik steht, wird sich alle drei Alben zulegen. Wem sich bei Richard Marx der Magen umdreht, sollte die Finger davon lassen. Wie sagte damals der Weinverkäufer bei Frau Hoppenstedt: "Das ist Qualität! Einer wie der andere." Das gilt für diese drei Alben, die man durch die Gehörgänge schlabbern lassen kann wie einen 75er Klöbener Krötenpfuhl durch die Kehle. Zwar nicht abgezapft und original verkorkt von Pahlgruber & Söhne, dafür eingesungen und arrangiert von David Roberts. Wohl bekomm's, wem's schmeckt.

Friedemann Schmidt, (Artikelliste), 11.06.2011


 
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