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Hands On The Wheel

River Of Time

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River Of Time
River Of Time, Analoghaus, 2011
Tom Ripphahn Vocals, Guitar, Dobro, Harmonica, Piano, Omnichord, Tambourine, Bass, Pump Organ
Stephan Gade Bass
Reiner Kallas Drums
Oli Rüger Guitar
Ecki Hüdepohl Piano, Organ, Pump Organ
Lutz Sauerbier Drums
Volker Rechin Bass
Robert Oberbeck Tom's Toms
Eva Müller, Markus Rill Backing Vocals
Produziert von: Tom Ripphahn Länge: 49 Min 05 Sek Medium: CD
1. Make It Home6. Kiss & Run
2. Jenny & Johnny (Shelter From The Cold)7. Don't Let It Bring You Down
3. River Of Time8. Face The Music
4. Way Down At The End Of The Hall 9. Last Ride Home
5. With Every Passing Day 10. Justice

Tom Ripphahn, seines Zeichens der mit den Händen am Steuer beim Label Analoghaus, hat - ohne das es mir aufgefallen wäre, in den 90ern Platten unter dem Moniker HANDS ON THE WHEEL veröffentlicht, und mit Leuten wie Bob Dylan, den HOOTERS und Cocker getourt. Er habe, heißt es, für Americana gestanden als das hier noch für nichts stand. Ein Pionier - kann aber auch sein, dass nur der Begriff in der Zeit danach gemünzt wurde, die Musik (die man vielleicht damals einfach noch US Rock'n'Roll oder sonst wie nannte) aber sicher schon da war.
Ist aber auch egal - er hat jetzt jedenfalls eine neue CD im Analogverfahren - wie auch sonst - aufgenommen. Das mir das mit dem warmen analogen Sound und der vermeintlichen 'echten' Musik im Vergleich zur digitalen Nummernrevue relativ egal ist, habe ich früher schon mal erwähnt, und auch, dass ich das Gefühl habe, das dabei oft Trittbrett Fahren stattfindet (soll heißen, der Sound wird bei mangelnder musikalischer Qualität in den Vordergrund geschoben). Also gegessen - wie sieht es denn nun mit der Musik aus?

Das es sich um Americana handelt, also elektrisch verstärkte Singer/Songwriter, nahe am Country angesiedelte Musik mit den Wurzeln in der amerikanischen Folklore, steht zu erwarten; und das man an Leute wie John Mellencamp, Bruce Springsteen und - erstaunlicherweise - Bruce Hornsby denkt, wenn man die CD hört erstaunt dann auch wenig (bis auf Hornsby, eben). Und an Neil Young - Way Down At The End Of The Hall, Don't Let It Bring You Down denkt man natürlich ebenfalls.
Es fällt sofort auf, wie gut Ripphahns Englisch ist - ich kenne nur einen anderen deutschen Sänger, der das so authentisch hinbekommt - eine Wonne. Wenn er "… you're gonna get what's comin' to ya" oder "…. with a big box of matches and can of gasoline…" singt, und dabei das 'gasoline' so nett streckt - ja, da hüpft das Herz des verhinderten Anglisten, und endlich mal singt einer wunderbar unpeinlich in Englisch; die andere ist Lena (aber die geht ganz anders, wenngleich ebenfalls authentisch, vor).

Zwei Highlights gibt es zu vermelden - die von den Losern Jenny And Johnny, mit einem John Hyatt auf "Perfectly Good Guitar" vergleichbaren sparsamen Einsatz der E-Git und guter Story. Der andere Track ist der schon erwähnte, eher kräftig alternativ rockende Way Down At The End Of The Hall.
Außerdem gibt es im langsamen, melancholischen, textlich an Segers Night Moves erinnnernden With Every Passing Day eine wunderbare Harmonica und ein sanft rockendes Outro, dass an die vergangene Liebe denken läßt; und das Ripphahn seien Young drauf hat zeigt er in Don't Let It Bring You Down. Die Tracks River Of Time, Face The Music, Last Ride Home leben als Balladen eher vom Text als von der mitreissenden Musik; und Justice ist besagter Hornsby-naher Track (vielleicht The Way That It Is in Düster?), wieder mit Hyatt Gitarren verziert.

Intensiv und gut musiziert; allerdings eher auf der melancholischen Seite des Lebens, und dafür sollte man einen Hang mitbringen, sonst könnte es einem etwas langweilig werden, denn so richtig losrocken tut es nirgendswo.

Dietrich Gastrock, (Artikelliste), 15.05.2011


 
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