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Jutta Weinhold

Read Between The Lines

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All Music Guide (englisch)

Unser Disclaimer
Read Between The Lines
Read Between The Lines, A1 Records, 2010
Hans Christiansen Gitarren #6,8,9,10,11
Oliver Clausen Gitarren #1,3,7
Dr. Bogart Keyboards #9,10,11
Frank Fischer Bass, Orgel, Percussion
Jan Lorenz Drums
Carola Kretschmer Gitarren #4
Norbert Neugebauer Gitarren #12
Kai Reuter Gitarren #2
Shee-wa Akustische Gitarre #5
Kasi Vollmer Background Vocals
Jutta Weinhold Vocals
Produziert von: Ralf Basten Länge: 49 Min 02 Sek Medium: CD
1. Sex, No Drugs But Rock 'N' Roll7. Point Of No Return
2. Are You Ready Love?8. Heavenly Helpers
3. Nothing Has Changed9. I Feel Sorry
4. The Garden Of Love10. 7 Days
5. A Tired Girl 11. Bye Bye Colour TV
6. Watch Out12. Rock On (DJ Remix)

Frau Weinhold, bekannt aus Rock und Pop, solo, Lindenberg, ZED YAGO, WEINHOLD; eine Langzeitüberlebende im Rock'n'Roll Irrenhaus, nie ganz oben, aber immer gut dabei - ein Name, den man sich schon seit langer Zeit gemerkt hat; Frau W. also hat eine neue Solo Platte gemacht.

Nun ist so eine alte Hãsin natürlich clever, kennt ihre Stärken und Schwächen und ihr Publikum - und hat sich folglich fürs Songwriting Hilfe geholt. Und da hat sie ein Experiment gewagt - sie hat mehrere Songwriter eingebunden und mit ihnen die Musik geschriben, und dadurch entsteht eine stilmäßig differenzierte Platte, die durch JW's Person und Performance zusammen gehalten wird. Außerdem hat sie die meisten Texte geschrieben.

Die Hauptakteure, die jeweils auch die Gitarre auf Ihren Tracks bedienen, sind Oliver Clausen (solo bekannt und mit seiner Band SLOPPY JOE'S) und Hans Christiansen. Clausens Tracks - Sex, No Drugs But Rock'n'Roll, Nothing Has Changed - sind mit Reuters Are You Ready Love?die metallenen, die den Hörer eingangs in ihren Bann ziehen. Textlich vielleicht etwas plakativ, sind sie genau die richtigen Opener für so eine CD: schnell, mit sehr guter Rhythm Section, federn sie die CD über die schwierige Hürde, passende Eingangstracks zu finden.
Und wenn der Hörer sich darauf eingerichtet hat, ein Modern Rock Album vor sich zu haben, wobei die Konstruktion und die Brian May'sche Taumelgitarre in Are You Ready For Love von nicht allzugroßer Ferne an QUEEN zeugt (späte Phase, auch wenn ich mich, nach der 1ST Review, nicht schon wieder dazu versteigen werde, die neuen - in diesem Fall - QUEEN zu announcen), kommen zwei wunderbare akustische Tracks/Balladen (The Graden OF LOve, A Tired Girl), und ich bin so verwirrt. Was wird es denn nun?
Und dann - nein, wir kehren nicht zu Modern Rock zurück - kommen die von Christiansen geschriebenen Tracks, die für einen Touch Southern Rock in Watch Out, genialem, an die TALKING HEADS erinnernden Pop bei Heavenly Helpers (mit seinem wunderbare ansteigenden Mitteleteil, der tatsächlich geradzu in den Himmel führt) und sogar 'Niggaz can't play rock'n'roll'-MOTHERS FINEST sorgen in Bye Bye Colour TV - ganz famos, das. Und natürlich auch diese kleinen Soli da in I Feel Sorry und in 7 Days: neeeeett! Und wenn einer meint, na, der mit seinem Queen Vergleich da - an wen erinnert wohl Rock ON - DJ Remix?

Wie gesagt, zuerst dachte ich ja, das wäre das nächstbeste Modern Rock Geschrammel, aber das ist es nicht, und außerdem würde diese Bezeichnung den Clausen Tracks nicht gerecht - die sind nämlich Glanzstücke des Genres. Aber das ist viel mehr, viel abwechslungsreicher, und als Experiment zweifelsohne geglückt. Und um es zu wiederholen - 1ST, VK Lynne, Robin Brock ... - the girls are gonna do it und verpassen dem alten Kasten Rock einen willkommenen Frühjahrsputz.
Zuerst dachte ich, Frau W würde in ihrem Deutschtum da nicht mithalten können - da habe ich mich aber in meiner typisch deutschen, kritischen Kritikerhaltung gründlich geirrt, und das ist gut so. Mit - Achtung! - Langzeitwirkung - it grows on you! Erwähnte ich schon diese flexible Rhythmusgruppe, mit diesem Drummer, der imm er mal wieder eine nettes Break einbaut, da, wo es hingehört? Na, dann ist ja gut. Welcome on board the ship to rock'n'roll heaven, Ms Weinhold. Sehr gute Platte.
Nur eines macht mir Sorgen, sollte sich das als neuer Trend im Musik Business durchsetzen: das Booklet, farbig gestaltet als Holzkiste, riecht auch tatsächlich nach einer solchen! Male man sich aus, was da alles auf uns zukommen könnte!

Dietrich Gastrock, (Artikelliste), 2010

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