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Lee Small

Jamaica Inn

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Jamaica Inn
Jamaica Inn, Escape Music, VÖ 27.01.2012
Lee Small All Lead & Background Vocals, Bass, Guitar
Carl Anthony Wright, Des Sherwood Guitars
Paul Bradder Keyboards
Imre Daun Drums
Länge: 51 Min 08 Sek Medium: CD
1. Jamaica Inn7. Voyager
2. The Captain's Quarters8. I Am The Sea
3. Black Bess9. Smuggler's Blues
4. Walk The Plank10. Waiting For The Hangman
5. Shine A Light11. End Of The Road
6. Dead Man Walking12. The Renegade Accordion Player

Ohne nur einen einzigen Witz über Herrn Smalls Namen zu machen beginnt diese Review. Denn wer ein solches Werk vorlegt, verdient die Sicherheit des Home Of Rock Heimatschutzes aber gleich mehrmals. Sei es erwähnt, dass Mr. Small ein außergewöhnlich guter Sänger ist, und als solches in einer Liga mit Herrn Hughes, wie der er zugegeben dann auch das eine oder andere Mal klingt, zu sehen ist. Allerdings vermeidet er klug Mr. Hughes gesangliche Überkandideleien und Manierismen weitgehenst. Sei es ferner erwähnt, dass seine Bands und Taten schon des Öfteren im Home Erwähnung fanden, wobei die Band SHY, eine Melodic Rock Band ihres Zeichens, Mr. Smalls Home Band ist. Er hat mit Martin Kronlund und Paul Bradder auch Mitstreiter anderer Melodic Rock Acts versammelt - aber das spielt überhaupt keine Rolle.

Denn Mr. Small hat hier keinen weiteren Melodiereigen vorgelegt - nein, völlig unerwarteter Weise hat er sich dem Classic Hard und Blues Rock zugewandt, und das in einer Art und Weise das man es nicht glauben mag. Ihr lieben Retro Rocker und Kopierfüchse da draußen - so klingt das, wenn einer damit aufgewachsen ist, das mag und ernst nimmt und nicht nur zum Geld Drucken benützt oder um noch ein Gitarrengegniedel von sich zu geben. Aber wo hat Mr. Small das her? Nun, er war doch auch mal anfangs diese Jahrtausends mit BUDGIE und THIN LIZZY verbandelt - das schult offensichtlich!

Die Story dreht sich um die Kneipe Jamaica Inn, um die böse Bess, um die See allgemein - alles, was mit Piraten und Seefahrt zu tun hat. Eine Message? Möglicherweise, aber wie immer haben wir keine Lyrics, und insofern nehme ich davon Abstand, eine Interpretation zu wagen. Sei es gesagt dass man es, soweit man es verfolgen kann, mit unpeinlichen Texten zu tun hat. Sei es ferner gesagt, dass - jawohl - End Of The Road der BOYZ II MEN Hit ist; und man muss mit Schamesröte im Gesicht zu geben - der Titel ist gut und Mr. Small bringt ihn ohrwurmmäßig gut.
Aber der Rest, der ist reinster Hard und Blues Rock, early WHITESNAKE als Kompassrichtung sei angegeben, aber auch die späten 60er, so á la JEFFERSON AIRPLANE oder andere hippiesker Ami Stoff, ohne dass da wirklich so klingt; allein die Melodieführung erinnert ab und an an diese Zeit.
Es gibt außerdem sehr gutes Schlagzeugspiel, und einige wirklich wunderbare Axemen Solos, stellvertretend sei das in Voyager erwähnt, das ganz zart beginnt, tastend die Töne suchen, und dann so nach und nach eine Steigerung erfährt dass die Haare zu Berge stehen.

Hier werden Songs dargeboten, keine Ego Trips; Songs um des Songs Willen. Das rockt zumeist mid-tempo, also gemäßigt, aber mit so viel Seele wie 10 Melodic Rock Acts zusammen, ohne abgestanden zu wirken. Natürlich gibt es nicht wirklich etwas Neues; also bitte, wie denn auch - in der Klassik? Aber - will man ja auch gar nicht. Same old song - now dance! Als kleine Schote zum Abschied der Renegade Accordion Player. Der ist ein ziemlich schurkischer Gesell' und kommt aus dem US Bundesstaat Kansas.
Ein nettes kleines, herzblutmäßig sauberes Album mit besten Absichten; jetzt, so denke ich, sollte Herr Small auch damit Geld verdienen; er hat es verdient! VÖ siehe oben.

Dietrich Gastrock, (Artikelliste), 06.01.2012


 
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