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| Natural Causes, Solstice Coil, 2011 |
| Shir Deutch |
Vocals, Acoustic and Electric Guitars |
| Opher Vishnia |
Lead Guitars, E-bow and various effects |
| Shai Yallin |
Synths, Keyboards, Piano |
| Yaniv Shalev |
Electric and Fretless Bass |
| Yatziv Caspi |
Drums |
| Gäste: |
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| Neta Cohen-Shani |
Cello |
| Daniel Tanchelson |
Viola |
| Dror Lellouche, Maya Lee Roman |
Viloin |
| Produziert von: Shai Yallin ans Solstice Coil |
Länge: 60 Min 34 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Question Irrelevant | 7. Walking Graveyards |
| 2. Outcome Inevitable | 8. Too Many Regrets |
| 3. Fall Schedules | 9. Moral Oxidation |
| 4. I Know | 10. Replacing People |
| 5. Human Again | 11. Designed Instincts |
| 6. Singalong Deathtrap | 12. Recipe For Eternity |
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Das ist die zweite CD der Israelis mit dem klingenden Namen Sonnenwende Spiralfeder. Dabei ist der Tag der Sonnenwende jeweils laut Oher Vishnia in einem E-Mail der jeweils längste und kürzeste Tag des Jahres, und die Spiralfeder ein Objekt, das kreisförmig ist aber nie am selben Punkt wieder ankommt. Und das ist *grins* metaphorisch gemeint. Und außerdem koinzidiert der Name nicht zufällig nett mit der Site Adresse Solstice.co.il.
Begeben wir uns auf die Suche nach möglichen Vorbildern für die Musik der Band (die aber nicht von der Band selber genannt werden), fällt uns älteren Rockern bei einem Set Up mit Orgel natürlich etwa URIAH HEEP ein; und zwar gar nicht zu Unrecht; wobei es sich hier um die frühen HEEP mit ihrem Anspruch, progressive Musik zu machen, handelt. SC haben zwar nicht ganz die Fähigkeit eines Ken Hensley, faszinierende Hook Lines aus dem Ärmel zu schütteln, dafür bringen sie Kompliziertes gut anhörbar und angenehm rockend rüber. Des Weiteren hört man in Fall Schedules die guten alten BLUE ÖYSTER CULT durch - und zwar im Sinne des immer latent vorhandenen bösartig-drohenden Untertons bei den frühen BÖC Platten, bevor das etwas verflachte. Ein wenig PINK FLOYD und eine wenig YES, Moderneres á la TOOL, und man hat die SC Musik im Griff.
Oder auch nicht. Man stelle sich nicht vor, dass hier ermüdende Zitate verwurstet werden, Riffs widergekäut, Lyrics zitiert, Solos kopiert - nichts von alle dem. Vielmehr atmet das den Geist dieser Bands, und wenn überhaupt sind musikalisch Spuren in homöopathischen Dosen enthalten. Denn die Musik von SC ist ihre eigene Jodelschule.
Soll heißen, sie schaffen es, eben kein bekanntes Riff aufzubereiten, sondern kreieren ihre eigene Sache, und das kreativ und unterhaltend, ohne allerdings im fetten Groove zu ersaufen. Zum Können kommt die Kunst und sicherlich der Anspruch, Dauerhaftes und intellektuell Herausforderndes anzubieten. Geradeaus Rock oder hundert Mal gehörte Licks und Riffs kommen dabei nicht heraus - etwas unterkühlt ist das dann schon.
Aber es ist, wenngleich auf der Basis klassischen Rocks aufbauend, keine Spur retro, und dafür danke ich Gott im Zeitalter wo plötzlich einem jedem nix Besseres einfällt als LED ZEP zu zitieren. Welch' Wohltat - das passiert hier nicht.
Bevor aber der Eindruck entsteht, ich feiere das nur deshalb, weil etwas fehlt - hier ist mehr als genug von allem vorhanden, und das rockt.
Die Texte sind kompliziert. Es gibt ein Track-by-track in Englisch hier - das sollte man sich zwecks besseren Verständnisses antun, auch wenn man das Lexikon rauskramen muss. Das Cover ist eine Augenweide, die Produktion ist sehr gut, und für mich ist das sicherlich eine der besten Platten des Jahres, schon jetzt. So etwas intelligent Gemachtes so durchgängig gut anhörbar und auf höchstem Niveau anzubieten - das ist wirklich und wirkliche Kunst.
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