|
Im Zuge der Besprechung des aktuellen BACKYARD TIRE FIRE-Albums entwickelte sich der Wunsch, den Kopf der Band, Ed Anderson, mal näher kennenzulernen. Wer so abwechslungsreiche Musik präsentiert, dürfte eigentlich kein Langweiler sein.
Zwar stellt die Limitierung auf Interview per e-mail immer eine leichte Einschränkung dar, aber Ed Anderson erwies sich zumindest halbwegs als auskunftsfreudiger Geselle.
Home of Rock: Euer neues Album "Bar Room Semantics" ist eine Sammlung verschiedenster musikalischer Stile und Stimmungen. Irgendwie sind alle Songs sehr Roots-Rock-orientiert, jedoch trotz alledem sehr abwechslungsreich.
War es von Anfang an Eure Absicht, das Album derart zu gestalten?
Ed Anderson: Nicht wirklich. Ich versuche immer in verschiedenen Stilen und Stimmungen zu schreiben und das Album spiegelt dies wider. Ich höre und mag einfach eine Menge unterschiedlichster Musikstile. Alles von ursprüglichem Blues bis Bluegrass, von Funk bis Jazz und von Country bis Rock'n'Roll. All dieser Kram beeinflusst mich.
HoR: Welchen Einfluss nahm Euer Produzent auf das aktuelle Album?
Ed: Nun, die Band arbeitete mit Tony Sanfilippo vom Oxide Lounge Recording Studio aus Bloomington als Co-Producer. Das heisst, dass wir eng zusammenarbeiteten, was die musikalischen Momente wie Tempo, Arrangements und Gefühl eines Songs ausmachen. Da hat er auch einiges verändert und zusätzlich ein paar Instrumente auf dem Album eingespielt.
HoR: Wie hoch ist der Anteil Deiner Band-Kollegen am Arrangement der jeweiligen Songs?
Ed: Den grössten Teil ihrer Beiträge gestalten die Kollegen am Bass und Drums eigenverantwortlich. Bei manchen Liedern hab ich allerdings ein paar ganz eigene Vorstellungen gehabt, die sie dann umsetzten. Aber wie gesagt, die Jungs bringen schon reichlich Eigenes ein und sie machen es verdammt gut. Und so macht es auch Spass.
HoR: Wenn man sich so Deine Lyrics anschaut, spürt man schon eine gewisse Unzufriedenheit mit dem Leben. Manchmal scheint es, als seiest Du es leid, ständig in den immergleichen langweiligen Zirkeln herumzuhängen. Bist Du das wirklich? Oder ist als nur fiktiv?
Ed: Na klar, das bin ich, absolut. Ich schreibe über Sachen mit denen ich mich auskenne. Ich kämpfe seit über einem Jahrzehnt in diesem Business und das macht sich in den Lyrics durchaus bemerkbar. Ich versuche, es alles etwas leichter zu nehmen, denn ich bin in der regel kein unglücklicher Mensch. Aber ich tendiere eben dazu, über Dinge zu schreiben die mich nerven.
HoR: Hast Du es jemals bereut, innerhalb des Musik-Business zu arbeiten?
Ed: Nee, niemals. Ich liebe meinen Job und möchte ihn solange ausüben wie es nur geht.
HoR: Hast Du neben der Musik noch andere Interessen? Politik, Umweltschutz oder sowas
Ed: Ich bin seit 5 Jahren glücklich verheiratet. Wir haben einen Golden Retriever und ein paar Katzen. Ausserdem bin ich Baseball-Fan. Go Chicago Cubs!!! Aber der grösste Teil meines Lebens dreht sich halt um Musik. Ich schreibe ständig oder arbeite irgendwie an Songs...
HoR: Hat Euch das neue Album irgendwelche Türen geöffnet? Im Sinne von neuen Fans oder neuen Geschäftsverbindungen oder massenhaft Anerkennung der Musikfachpresse?
Ed: Ja, es hilft enorm. Wir haben grad begonnen, mit einer Booking Agentur aus Chicago zusammenzuarbeiten. Das sollte uns eigentlich auf die nächste Erfolgsstufe hieven. Ausserdem versuchen wir momentan ein neues Publikum in Europa zu rekrutieren. Und zwar mit Hilfe von Nicole von Just For Kicks Music (BTF's deutsche Vertriebsfirma-Anm. d.Verf.).
Wir bekommen einiges an Radio-Airplay und das hilft uns bessere Gigs zu bekommen bzw. bringt mehr Fans in die Clubs.
HoR: Kannst Du mit deinen musikalischen Aktivitäten Deinen Lebensunterhalt verdienen oder bist Du abhängig von einem weiteren Job?
Ed: Ich hab seit Jahren keinen anderen Job mehr gemacht und bin froh, das so sagen zu dürfen. Ich spiele nebenbei noch eine Menge Solo-Akustik-Gigs und das bringt noch so einiges.
HoR: Welche Alben oder Bands hörst Du? Welches sind Deine Favoriten?
Ed: Ich bin ein grosser Neil Young Fan. Ich liebe das neue Album von Beck. Ich bewundere Bob Dylan, Steve Earle, LOS LOBOS, Buddy Guy und auch eine neuere Band aus Louisville namens MY MORNING JACKET.
[Damit ist Mr. Anderson nicht ganz alleine! Red.]
HoR: Was hast Du Dir für die Zukunft vorgenommen?
Ed: Weiter schreiben und Musik machen. Und hoffentlich eines Tages nach Europa zu kommen, euch alle zu sehen!! Ich danke Dir, Frank.
Sagt uns die Meinung zu diesem Artikel oder ergänzt oder verbessert ihn:

|