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Jimmy Bowskill

"... aus der Plattensammlung meines Vaters"

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Home of Rock: Jimmy, für die europäischen Musikliebhaber bist du ein Newcomer, wohingegen du in Kanada schon einige CDs veröffentlicht hast. Da du erst 18 bist und ich mir sicher bin, dass dir eine große Zukunft in der Musik bevorsteht, erzähl doch bitte unseren Lesern etwas über dich selbst - wann hast du angefangen, Blues und Bluesrock zu spielen, und warum hast du dich überhaupt für diese Musikrichtung entschieden?
Jimmy Bowskill Jimmy Bowskill: Ich begann Gitarre im Alter von 10, und spielte anfangs meistens Classic Rock wie z.B. Hendrix und ZEPPELIN. In meiner Eigenschaft als 'Musikhistoriker' spürte ich dann die Wurzeln dieser Musik bis hin zu den frühen Bluesmusikern wie Robert Johnson und Son House auf. Diese Musik traf mich mitten ins Herz, da sie so 'soulful' und ehrlich ist. In der Tat habe ich mich dann von einem traditionellen Bluesverständnis sozusagen nach oben gearbeitet. Das war eine sehr natürliche Vorgehensweise für mich, um zu einem rockigeren Sound zu kommen. Es gibt soviel Herangehensweisen und Musikstile, und was ich mache ist eigentlich nur meine Art, den Blues zu spielen.

HoR: Welche Künstler, Bands und Platten haben dich maßgeblich beeinflusst?
J.B.: Meine ersten Einflüsse stammen aus der Plattensammlung meines Vaters: Jimi Hendrix, CREAM und LED ZEPPELIN, von da aus ging es zu den Roots, wie erwähnt - Johnson, House, Skip James. Und von dort ging es weiter zu Louis Jordan, Hank Williams, Muddy Waters, Howlin' Wolf, Dick Dale und anderen. Die fünf Platten, die mich am meisten beeinflussten waren:
: 1. "Sweet Tea" - Buddy Guy
2. "Music From Big Pink" - THE BAND
3. "Live At The Electric Ballroom " - Freddy King
4. ZZ TOPs erste
5. "Fire & Water" - FREE
Gitarrespieler, die mich beeinflussten, sind Paul Kossoff, Freddy King und Billy Gibbons, bei den Sängern würde ich Paul Rodgers, Richard Manuel und Freddy King nennen.

HoR: Um übers Business zu sprechen: gibst du den Plattenfirmen ein fertiges Produkt, oder unterstützen sie dich in der Kreation einer CD? Welchen Einfluss hast du auf den Marketingprozess?
J.B.:Wir werden durch das Label in der Distribution unterstützt, und in Deutschland, Frankreich und England wird "9" am 27. März veröffentlicht. Meine Bandkollegen und ich sprechen immer über den besten Weg, eine Platte zu veröffentlichen und ich überwache alle Entscheidungen was die Musik und die Promotion angeht.
Ich glaube, an diesem Punkt im Musikgeschäft ist Touren das wichtigste, und ich plane, soviel wie möglich zu touren und meine CD zu promoten. Die Verbindung zwischen Publikum und Künstler auf der Bühne ist die befriedigendste und aufregendste für jeden Künstler, und meine Band und ich geben jede Nacht alles auf der Bühne. Also, kommt und hört uns zu! Ich sollte erwähnen, dass in der Jimmy Bowskill Band neben mir Dan Neill, Drums und Gord Light am Bass, sind.
HoR: Wen siehst du als deine Audience?
J.B.: Ich sehe einen ausgewogenen Mix aus Fans von 14 bis 60, Männlein und Weiblein bei den Shows und das nehme ich als gutes Zeichen, da ich sehe, dass meine Musik alle Alter und beide Geschlechter erreicht. Ich denke auch, dass alle Leute Bezug zur meiner Musik finden, denn in unseren Liveshows sind wir voller Energie und wenn wir spielen, wollen wir, dass das alle im Raum das spüren.

HoR: Ist der Blues immer noch modern?
J.B.: Natürlich ist der Blues modern. Ich höre ihn jeden Tag im Radio. Er hatte und hat soviel Einfluss auf andere Musikrichtungen, dass er niemals alt wird. Jeder hat 'seinen eigenen' Blues, und er hat sich im Lauf der Jahre verändert, aber er ist immer in allen Arten von Musik, gegenwärtig oder vergangen, präsent. Es gibt immer noch den traditionellen Blues, aber da er sich auch immer verändert, kann er niemals unmodern werden. Hip Hop ist ein Blues Stil in seiner reinsten Form und offensichtlich sehr präsent in der gegenwärtigen populären Musik. Einer der größten Hits im Augenblick, KINGS OF LEON - Your Sex Is On Fire - ist für mich ein Blues-Stück.

HoR: Dein letztes Album heißt "9", was sich wohl auf den Hot Rod auf dem Cover bezieht - was bedeutet das?
J.B.: Na ja, die Neun hat eigentlich mit einem der Tracks - Nine - zu tun. Ich habe eine Six-String Gitarre genommen und zusätzliche Löcher in den Hals gebohrt und drei weitere Saiten aufgezogen. Diese Gitarre hört man in dem Stück. Als wir dann den Cover-Artist buchten, hatte er dieses Bild von dem Auto und das passte wunderbar. Eigentlich ist der Albumtitel "Jimmy Bowskill Band", aber es wird wohl als 'Neun' bekannt werden.
HoR: Und was ist der oder das Kara-Dag?
J.B.: Das ist ein Gebirge in der Ukraine an der Schwarzmeerküste. Wir waren vor einigen Jahren in der Ukraine und spielten einige Shows in Koktabel und Alushta auf der Krim. Der Einfluss der Kultur dort veränderte mein Leben und wurde sehr wichtig für mich. Ich war damals 14 und wir spielten bei einem Festival vor 10.000 Menschen als Headliner. Die Bühne war am Strand, so nahe wie eben möglich am Meer, und als wir spielten brach ein Gewitter aus, das man schon von weitem über das Meer hatte kommen sehen. Es gab viel Blitz und Donner und es wurde lauter je näher es kam. Das schien die Menge nur noch mehr anzustacheln, denn sie nahmen es als gutes Omen und waren den Rest der Show wie verrückt. Es goss aus allen Kübeln, und es war sehr aufregend, das alles zu sehen. Wahnsinn. Unvergesslich.

HoR: Was wirst du als nächstes veröffentlichen, und wann wird das sein?
J.B.: Das nächste Album wird wieder ein Blues Rock Album sein. Wir stellen es gerade fertig. Diesmal gehen wir 'organischer' vor. Wir nehmen es mit analogem Equipment auf einem 2" Band auf. Das wird für ein größeres, wärmeres und reiferes Feel sorgen. Hoffentlich kriegen wir das noch diesen Sommer fertig. Ferner mixen wir gerade ein Live-Album, aber ich kann noch nicht sagen, wann das veröffentlicht wird.

HoR: Vielen Dank für das Interview, Jimmy, und viel Erfolg weiterhin.
J.B.: Ich danke dir ebenfalls, und wir sehen uns bei der Show.

Dietrich Gastrock, (Artikelliste), 28.01.2009

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