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| Berlin, Knaack Club, 07.06.2003 |
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Ein heißer Frühsommertag in der Hauptstadt. Die Burning Brides sollen im
Knaack Club gastieren. Ganz schön viel Konkurrenz an diesem Tag: Abgesehen vom üblichen Sommer-Sonne-Strandbad-Grillgeömmel gibt es noch
das Treptower Hafenfest mit allerlei Gedöns, die Berlin Thunder tragen
ihr letztes Heimspiel aus und es gastiert eine nicht ganz unbekannte Truppe namens METALLICA in der Stadt (dazu später noch mehr).
Die Ankündigung der Brides ist auch nicht gerade marktschreierisch; abgesehen davon, daß in den einschlägigen Gazetten verschiedene
Anfangszeiten kursieren (Tip: 21.00 Uhr, Berliner Zeitung: 22.00 Uhr), weist der ohnehin gut in einem Hinterhof im Prenzlauer Berg versteckte
Knaack Club auf seinem Programmplan nichts aus, auch hängt nirgends ein
Plakat.

Also gut, gegen 21.00 Uhr durch die Hintertür in den Club
marschiert: Aha, eine Bühne wird bestückt und es steht ein Tisch mit
Merchandising-Artikeln der Burning Brides da.
Dann is ja gut. Natürlich geht es um 22.00 Uhr los (früher Nachmittag
für Berliner), das nach und nach eintröpfelnde Publikum wird von den
Türstehern der Sommerparty des dortigen Fitnessclubs eingewiesen (zum
Konzert gehts durch die Tür in der Mitte vom Hof - die sinnigerweise
zunächst zu ist und innen (!!) mit dem Konzertplakat der Burning Brides
bestückt ist).
Als Vorgruppe mühten sich die Berliner SICK PUPPY um ein
bißchen Schwung unter die noch sehr spärlichen Anwesenden zu bringen.
Der Hauptverdienst der Drei, die Alternative der härteren, gerne auch
mal punkigen Art machen, ist, einen größeren Teil des Auditoriums in Form
von Freunden/-innen und Bekannten zu stellen. Das eine oder andere funzt
nicht so richtig, aber die Jungs nehmen es ebenso mit Humor wie den
überschaubaren Applaus der überschaubaren Zuhörerzahl.

Irgendwann ist es dann aber doch soweit: die BURNING BRIDES entern den
recht kleinen Club, so nach und nach haben sich zwischen 40 und 50 Leute
im Publikum eingefunden. Aber die Brides sind augenscheinlich froh um
jeden einzelnen und legen, nachdem Dimitri Coats darüber geschwärmt hat,
wie einfach es hier ist, an seine Lieblingsbiersorte Becks ranzukommen,
los wie die Feuerwehr. Aber wie eine Feuerwehr, die keinen roten Setra
fährt, sondern mindestens einen Maserati.

Die schon auf Platte sehr energetische Retro-Rock-Mischung aus den
Stooges, den MC 5, den Hives, den White Stripes und ein wenig Sonic
Youth (mein Kumpel aus Hamburg sieht auch Ähnlichkeiten zu den Foo
Fighters) kommt live noch einen ganzen Zacken wilder, roher und
krafvoller zur Geltung. Glass slipper, If I'm a man und Plastic
empire schneiden sägend durch die stickige Luft im Knaack. Drummer
Jason Kourkounis gibt seinen Fellen saures, Melanie Campell stemmt ihren
Bass in die Hüfte und macht Druck und Dimitri Coats springt
panthergleich über die Bühne, wobei seine Gitarre entsprechend dazu
grollt und faucht.
Auch das etwas gemäßgtere Arctic Snow bekommt hier
einen deutlichen Schub Adrenalin gesetzt.

Nachdem sich Coats am Anfang
noch bei jedem einzelnen bedankt hat, daß er nicht zu Metallica gegangen
ist ("ab dem Album 'Master of puppets' ging es bei denen sowieso nur
noch bergab"), stellen die Brides zum Ende mit einem fauchenden
Garagensound in der Tradition von "Kill em all" klar, daß sie in puncto
Speed und Härte mithalten können. Nur ein paar Zuschauer weniger waren
da, aber wenn die Promo noch ein bißchen besser wird, kann sich das beim
nächsten Mal ändern.
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