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Supp.: Burning Bugs

Lauchhammer, Real Music Club, 20.01.2007

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Fotos: Ralf Stierlen
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Lauchhammer, Real Music Club, 20.01.2007

Als Vorwort sei eine beleidigte Bemerkung aus München gestattet. Die DIAMOND DOGS haben wieder nicht in Bayern gespielt! Dass Epi "Keef" Schmidt natürlich wieder das volle Programm mit Konzertbericht und Interview fährt, war klar. Dass aber unser Redaktions-AdvoCard Stierlen eine solch euphorische Eloge wie die folgende ablässt (überdies bereits zum zweiten Mal, er war schon vor knapp zwei Jahren in Berlin auf dem Rock & Roll-Trip), wo er doch ansonsten nicht vor den schauerlichsten Tönen zurückschreckt, hinterlässt einen leise wimmernden Sachbearbeiter in der bald entstoiberten bayrischen Landeshauptstadt. Es kann nur aufwärts gehen: Gerhard Polt wird Ministerpräsident und die DOGS spielen noch dieses Jahr in meinem Schrebergarten.
Wirklich hoffnungvoll verbleibt
Fred S.

Nachdem Redaktionskollege und langjähriger DIAMOND DOGS-Intimus Epi ja schon ausführlich berichtet hat (siehe hier, will ich nun auch noch meine Eindrücke dieses gelungenen Samstagabends zum Besten geben.
Der schon im Vorfeld in gewohnter medialer Zurückhaltung als "Jahrhundertsturm" bezeichnete "Kyrill" hatte im südlichen Brandenburg auch sein Unwesen getrieben und in Lauchhammer zum Beispiel das dortige Einkaufszentrum aufs Korn genommen. Der schöne und noch ziemlich neue Real Music Club wurde jedoch zum Glück verschont (war es göttlicher Beistand dank der früheren Bestimmung oder hat Petrus gar ein Herz für Rockmusik?), so dass einer ordentlichen Livemucke nichts im Wege stehen konnte.

Nach der gewohnten DVD-Einstimmung (diesmal war T. REX an der Reihe) enterten die Local Heroes namens BURNING BUGS die Bühne. Ich hatte ja schon auf der Homepage des Real Music Club gelesen, dass es die jüngste Band sei, die jemals die Bretter des Clubs betreten hätte, aber dass die drei Musiker (bestehend aus Sarah und Laura Grabowski und David Uhle) s o jung sein würden, hätte ich nicht gedacht: gerade mal fünfzehn Jahre alt!!!
Naturgemäß waren sie schon ein bisschen nervös, angesichts der schätzungsweise an die 200 Zuhörer und wirkten daher zunächst ein wenig unlocker und zurückhaltend. Aber mit der Zeit fanden sie richtig Gefallen dran, und am Ende hatte es allen großen Spaß gemacht.
Ich bin zwar kein großer Fan von Coverbands, aber für die Stimmung war das natürlich genauso gut wie für die Entwicklung der jungen Musiker(innen). Und wenn dann noch Come As You Are zum Reggae wird, oder Everyone's A Winner zum Stampfrocker, ist das auch ganz nett anzuhören. Am meisten Laune kam naturgemäß bei I Love Rock 'N' Roll und TNT auf. Da war der natürlich im Publikum anwesende Ecki Lipske sicherlich auch stolz auf seine Eleven.
Jedenfalls klasse, dass der örtliche Nachwuchs auch was anderes drauf hat, als an der Playstation zu daddeln oder Promillegrenzen auszutesten und klasse auch, dass der Musikernachwuchs beim Real Music Club eine so tolle Auftrittsmöglichkeit vor einem stattlichen Publikum hat und damit sinnvoll gefördert wird und sich weiterentwickeln kann. Das ist echte Kulturarbeit an der Basis.

Diamond Dogs
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Nach einer kurzen Umbaupause standen dann unter lautem Jubel die sechs Schweden um Frontmann Sulo auf der Bühne. Das heißt: stehen stimmt hier nur zum Teil, denn natürlich saß der eher nach finnischem Metaller aussehende neue Drummer hinter seiner Schießbude und natürlich thronte der "Duke Of Honk" Henrik Widén auf seinem obligatorischen Klappstuhl. Die DIAMOND DOGS sind schon eine fabelhafte Livekapelle, aber erst diese (pardon) unendlich coole Sau an den Keyboards macht sie einzigartig.
Der neue Bassist Stefan Björk passt hervorragend ins Gesamtbild und spielt solide und druckvoll und von dem Nachfolger von Fredrik Fagerlund, Lars Karlsson, bin ich wirklich sehr angetan. Sein variableres, dabei im Blues erdendes Spiel bringt den Bandsound meiner Meinung nach durchaus noch ein Stückchen voran.

Diamond Dogs
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Dazu natürlich noch der schon erwähnte Duke und Saxophonist Mats Gunnarsson, der den Glutofen noch mit ein paar zusätzlichen Kohlen befeuert (schön übrigens, dass er ein Altsaxophon spielt, das einen wärmeren, souligeren Klang hat als das "trendigere" Tenorsaxophon) - das ist schon eine verteufelt heiße Mischung. Und dann natürlich dieser charismatische Hans-Dampf-in-allen-Gassen am Mikro, Sulo, der sich zwar diesmal seine Päuschen nahm (Epi mag mit seiner Vermutung richtig liegen, schließlich sind zu dieser Jahreszeit die Viren und Bakterien noch intensiver auf Tour als jede Rockband), aber wenn er denn vorne stand, den perfekten Rock-Entertainer gab. Da sitzt nicht nur jeder Ton, da stimmt jede Pose, die, obschon tausendmal von inzwischen in die Jahre gekommenen Kollegen gesehen, hier authentisch und glaubwürdig wirkt. Ich sage immer zu meinen Freunden und Bekannten: spart Euch Euer sauer verdientes Geld, werft es nicht den ROLLING STONES in den Rachen, wo ihr kilometerweit vom Geschehen entfernt seid, und schaut Euch lieber die DIAMOND DOGS an, die machen Musik wie die jungen STONES. Und wie die SMALL FACES, MOTT THE HOOPLE oder die BLACK CROWES.

Diamond Dogs
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Der Saal kocht, die Brandenburger und mancher Sachse geben ihre Zurückhaltung auf, der Bühnenrand wird umlagert von allen Altersklassen (auch die BURNING BUGS waren natürlich noch dageblieben) und unterschiedlichsten Charakteren (was meint Epi nur mit "im Zweifel für den Angeklagten?", Anm. d. Red.) und alle feiern den wilden Ritt durch das Repertoire der DIAMOND DOGS, wobei vor allem die Klassiker der etwas älteren Scheiben zu ihrem Recht kommen. Jedenfalls die perfekte Seventies Rockshow der Jungs aus Katrineholm bei Stockholm, die auch heute Abend neue Freunde hinzugewinnen und alte Freundschaften verfestigen können: wer diese Band einmal gesehen hat, kommt immer wieder zurück. Und so gibt es auch keine Gnade, bis nicht vier Zugaben absolviert sind.
Ein wenig höre ich danach kritische Stimmen, dass es insgesamt nur etwa 70 Minuten Nettospielzeit waren, aber: lieber 70 Minuten rundum perfekte Unterhaltung mit durchgetretenem Pedal als zwei Stunden mit Hängern oder lustlosem Sologeplänkel. Die Qualität macht es aus, und davon hatten die DIAMOND DOGS reichlich im Köcher.

Fazit: Ein wirklich tolles Konzert in einem absolut passenden Rahmen. Der Real Music Club ist ja längst zur Anlaufstelle Nummer 1 im östlichen Teil der Republik für ehrliche, handgemachte Rockmusik geworden und schafft es auch immer wieder, diesen hohen Erwartungen gerecht zu werden. Ein stimmiges Ambiente mit Western-Touch und das Näschen der Macher um Ralf Rischke, die immer wieder die richtigen Acts an Land ziehen, lassen noch auf viele lohnende und launige Abende in Lauchhammer hoffen. Real Music rockt, definitiv.

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Real Music rockt, Sulo transpiriert

Ralf Stierlen, (Impressum, Artikelliste), 29.01.2007

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