HoR Logo kl

Christmas In Rock

Molly Hatchet,
Company Of Snakes,
Humble Pie:

München, Elser Halle, 15.12.2001

Logo Molly Hatchet
Logo Home-of-Rock
Startseite > Konzertberichte > Humble Pie > Company Of Snakes > Molly Hatchet > München, Elser Halle, 15.12.2001

Link Homepage (Molly Hatchet):
Offizielle Molly Hatchet Homepage
Link Fanseite (Molly Hatchet):
Dirk Saussele's deutsche Molly Hatchet Fanseite
Link Homepage (Company Of Snakes):
Offizielle Company Of Snakes Homepage
Link Fanpage (Humble Pie):
The Steve Marriott And Humble Pie Web Resource
Link Plattenfirma:
SPV
Link Anhören & Kaufen:
JPC
Mehr Info:
Southern Rock Archiv (deutsch)
Mehr Info:
Deutsche Southernrock Guitar Homepage (Bios & Tabs)
Mehr Info:
All Music Guide (englisch)
Mehr Info:
EPM Productions
Unser Disclaimer
Fotos:
Adelina Schmidtlein, Ilka Czernohorski & Markus Hagner
Gehörschutz:
Hearsafe

Der Klick auf ein Bildchen zeigt es in voller Größe in einem neuen Browserfenster.

Humble Pie
Jerry Shirley & Greg Ridley - 55 KB
Humble Pie
Bobby Tench - 46 KB
Company Of Snakes
Stefan Berggren - 50 KB
Company Of Snakes
Micky Moody - 50 KB
Molly Hatchet
Molly Hatchet - 54 KB
Molly Hatchet
Bobby Ingram - 39 KB
Molly Hatchet
52 KB
Molly Hatchet
Andy McKinney - 15 KB
München, Elser Halle, 15.12.2001Bildergalerie Molly Hatchet, Teil 1
Bildergalerie Molly Hatchet, Teil 2
Bildergalerie Company Of Snakes, Teil 1
Bildergalerie Company Of Snakes, Teil 2
Bildergalerie Humble Pie

Wenn 3 Legenden (bzw. Teile von Legenden) zu einem gemeinsamen Konzert kommen, hat man immer gemischte Gefühle. Bringen es die alten Herren noch? Oder wird man abgezockt? Und doch kommen immer wieder einige Hundert Leute, um sich solche Konzerte anzuschauen. Natürlich liegt der Altersschnitt höher, als bei der Kelly Family, aber dafür wissen die Anwesenden auch, um was es geht.

HUMBLE PIE hatten 2 Möglichkeiten. Entweder sie würden als passable Oldieshow durchgehen, oder als drittklassige Pie-Kopie, ohne Marriott, von der Bühne gepfiffen werden. Sie haben sich für die dritte Möglichkeit entschieden.
Nach Jahren der Agonie und Untätigkeit, bzw. mit untauglichen Versuchen, an alte Zeiten anzuschließen, sind die 3 Ur-Member JERRY SHIRLEY (Drums), BOBBY TENCH (Guitar & Vocals, 1980 - 1981) und GREG RIDLEY (Bass, bis 1975) wieder zurück. Als Gitarrist haben sie sich DAVE COLWELL geschnappt. Den kennt man von Samson und Bad Company (u.a. die gute aber gefloppte Platte "Here Comes Trouble").

Die Setlist liest sich wie ein Traum eines jeden 70er-Fans. Four Day Creep, Fool For A Pretty Face, Natural Born Bugie (ist von 1969, ich weiss), Hallelujah, I Love Her So, Road Runner und I Don't Need No Doctor. Dazu ein neues Stück, Trouble, das auf der kommenden Platte ("Trouble", VÖ im Februar/März) erscheinen wird.

Den Gesang teilen sich Tench und Ridley. Ridley übernimmt den bluesigen Part, Tench lässt seine soulige Röhre ordentlich knacken. Dass der singen kann, weiß man nicht erst seit "On To Victory" und "Go For The Throat". Schon 10 Jahre vorher hat ihn Jeff Beck für seine Platten "Rough And Ready" und "The Jeff Beck Group" engagiert. Und eine astreine Gitarre spielt er sowieso.
Dave Colwell ist ein klasse Rocker. Mit der tiefergehängten Gibson gibt er den alten Schlagern richtig Zunder.

Das war eine tolle Dreiviertelstunde. Ich habe Pie nie mit Steve sehen können und war schon etwas skeptisch. Aber die Jungs haben mich mit ihrer Frische und Spielfreude überzeugt. Ich hoffe, die neue Platte wird ein neuer Anfang für diese Band und nicht ein weiteres Desaster, wie seinerzeit die großartigen Alben "On To Victory" und "Go For The Throat". Die wollte vor 20 Jahren kein Mensch hören, schließlich war grade ganz andere Musik angesagt. Da half auch kein Steve Marriott in überragender Form.
Apropos Steve. Der war am Samstag auch da. Zumindest saß ein kleiner Stevie-Geist in den Marshalls und hat sich diebisch gefreut und ein klein wenig mitgesungen. Über den ungezügelten Mineralwassergenuss auf der Bühne hat er sich allerdings sicher gewundert.

COMPANY OF SNAKES hatten eine Chance. Nämlich ein weiteres Mal alte Whitesnake Klassiker zu spielen und als Coverband ein wenig für die Altersversorgung zu arbeiten.
Das haben sie natürlich auch getan, aber es kam ganz anders.

Das waren 75 Minuten, die ich ganz sicher nicht vergessen werde. Schon die erste Nummer war ein neues Stück. All Dressed Up geht ab wie die Feuerwehr. MOODY und MARSDEN geben derart Stoff, dass meine alten - und negativen - Erinnerungen an Konzerte von Whitesnake sofort weggewischt waren. Keine Soloeskapaden (na klar, ein geniales Slide-Solo von Micky Moody), keine Ausruhphasen und das Beste: Sänger STEFAN BERGGREN muss sich nicht dauernd an die Klöten greifen, um die hohen Töne zu treffen.
Berggren ist um etliche Meter gewachsen, stellt inzwischen seine eigene Persönlichkeit auf die Bühne und bewegt sich eher wie Freddie Mercury (passend dazu die Oberlippe), als wie Blondie Coverdale. Klar, er hat nicht den Soul in der Stimme, dafür macht er aber eine angenehm unaufdringliche Show und ist ein hervorragender Shouter.
Über NEIL MURRAY am Bass und JOHN LINGWOOD (u.a. Manfred Mann's Earth Band) am Schlagzeug muss man nichts sagen.
An den Keyboards stand, entgegen der Ankündigung auf den Plakaten, JOSH PHILLIPS und nicht Adam Wakeman.

Von der kommenden CD "Burst The Bubble" (soll im Januar veröffentlicht werden) wurden 5 Songs vorgestellt. Das Titelstück ist ein Rhythmusmonster. Ride Ride Ride müssen Moody und Marsden zusammen mit Lonesome Dave von Foghat geschrieben haben. Wahnsinn wie das abgeht. Sacrificial Feeling ist ein Hymne im altbekannten Stil und Kinda Wish You Would kennt man bereits von "Real Faith". Außerdem der schon erwähnte Killer All Dressed Up.

Dazwischen kamen natürlich Whitesnake Klassiker. Die aber unvergleichlich druckvoll.
Walking In The Shadow Of The Blues beispielsweise habe ich nie so vehement gehört. Was Moody und Marsden da an Boogiepower reinpacken ist unerhört. Slow An' Easy stampft viel brachialer daher als auf "Slide It In" und Ready An' Willing ist sowieso der perfekte Partysong.
Einzig Here I Go Again fand ich nicht so prickelnd. Das hat mir in der Fassung von "1987", mit John Sykes, immer schon besser gefallen als im Original von "Saints And Sinners".

Wenn oben bei Humble Pie etwas von Motivation steht, dann waren die Snakes übermotiviert. Sensationell, wie die beiden Gitarren messerscharf die Grenze vom Hard Rock zum Southern Rock überschritten. Zwei solche Leadgitarren hört man nur in den seltensten Fällen und wenn eine Band auch noch so tight zusammenspielt, kommt dabei letztendlich ein traumhaftes Konzert heraus.

Phil McCormack

MOLLY HATCHET hatten keine Chance. Aber die haben sie genutzt.
Sie waren die einzige Band, die keinen neuen Song aufbieten konnte, dafür aber die einzigen, die ein Keyboard- und Schlagzeug Solo brachten.

Nachdem sich in den letzten Monaten das Schlagzeugerkarussell bei Hatchet ordentlich gedreht hatte und bei dieser Tour schon wieder ein neuer Mann trommelte, muss ich gestehen, dass ich seinen Namen nicht mitbekommen habe. Sehr solide hat er auf jeden Fall gekesselt.
ANDY McKINNEY kam mir teilweise etwas gefrustet vor (lag vielleicht an ein paar Idioten, die Bierbecher auf die Bühne warfen), RUSS MAXWELL an der zweiten Gitarre bekam 3 ½ Solo-Spots und ist ein sehr guter Southern Gitarrist und JOHN GALVIN ist einfach ein feiner Keyboarder und trug außerdem ein T-Shirt der Genitorturers. Das amüsierte unseren Photographenkollegen Markus und zeugt von einem etwas "ausgefallenen" Geschmack. Nachzulesen und zu sehen ist das im Home of Rock beim Konzertbericht der Band Gen E & The Allstar Damnation Band.

Herz und Kopf der Band sind inzwischen ganz eindeutig Sänger PHIL McCORMACK und natürlich Chef BOBBY INGRAM.
Molly Hatchet sind eine hard working Band. Mehr als 120 Konzerte gab es in diesem Jahr bereits. Und vielleicht ist das mein Problem an dieser Stelle. Bobby & Co. kommen mittlerweile jedes Jahr im Dezember nach Europa, vorher die besagten 120 Gigs in den USA. Irgendwann stellt sich eine Routine ein, die dem treuen Hörer ein bisschen auffällt. Möglicherweise wäre eine Pause, auch um neue Songs zu schreiben, nicht ganz schlecht.

Genug des Genörgels. Selbstverständlich war auch dieses Konzert phantastisch. Bobby ist ein unglaublich guter Gitarrist und die Band rockt, immer wieder angeschoben von Phil, wie eine Dampfwalze.
Whiskey Man, Gator Country, Beatin' The Odds, Dreams oder Flirtin' With Disaster sind und bleiben göttliche Songs. Neuere Nummern wie Tatanka, Heart Of The USA und Devil's Canyon geben jedem Southern Fan den Rest.
Nach Gator Country gab es eine kleine Gedenkminute (Grund dürfte klar sein) und ansonsten knapp 90 Minuten das übliche Programm. Das klingt jetzt etwas beleidigt und ist es auch. Denn einen Tag später kamen die Fans im Stuttgarter Longhorn in den Genuss einer anschließenden Session, bei der Hatchet zusammen mit Bernie Marsden und Bobby Tench T For Texas spielten.

Einen Satz möchte ich noch dem Event an sich spendieren. Nicht nur, dass wir 4 Stunden allerbeste Musik zu hören bekamen, auch die Rahmenbedingungen können besser nicht sein. Die Elser Halle ist eine sehr angenehme Rock & Roll Halle und was der Mann am Mischpult daraus gemacht hat, war allererste Ware. Natürlich war es laut, aber, im Gegensatz zu den letzten Konzerten von Molly Hatchet, konnte man nachher ohne Hörschaden die Halle verlassen. Super Job & Kompliment an den Mann. Und wie immer ein Dank an EPM für den tollen Support. Der Fan von guten Bildern wird es danken.

Fred Schmidtlein (Impressum, Artikelliste), 17.12.2000

Sagt uns die Meinung zu diesem Artikel oder ergänzt oder verbessert ihn:

Ich habe ein paar Minuten überlegt, ob ich Freds Worten noch etwas hinzufügen sollte. Dann war mir klar, dass ich dies wollte. Freds Bericht ist so euphorisch, dass mancher glauben könnte, er hätte die rosaroten Kopfhörer aufgehabt. Ganz klar gesagt: Dem ist nicht so. Dieses Triple war einfach super.

Humble Pie ist niemals meine Lieblingsband gewesen, aber was die Herren live geboten haben, war einfach gut. Sowohl gesanglich, als auch instrumental.

Im Unterschied zu Fred sind meine Erinnerungen an die Schlangenkonzerte überaus positiv. Dies liegt u.a. daran, dass mir die Gitarrenspielereien von Marsden und Woodie immer gefallen haben. Da trennen sich unsere Geschmäcker.
Das, was die beiden Gitarristen am Samstag geboten haben, war vom Feinsten. Ihr Spiel war immer im Sinne des Songs, nicht zur Demonstration der überragenden Fähigkeiten. Die Spielfreude war ihnen ins Gesicht geschrieben, es machte ihnen ebensoviel Spaß zu spielen, wie uns drunten zuzuhören und -schauen. Was natürlich für die ganze Band galt.
Stefan Berggren hat perfekt gesungen, nichts vermissen lassen, genau wie der Rest der Band. Ich hatte nicht erwartet, die alten Whitesnake-Nummer jemals wieder in dieser Qualität zu hören, geschweige denn, neue dieser Qualität geboten zu bekommen.

Phil McCormack

Bleiben noch Bobby Ingram & Co. Für mich war es das erste Molly Hatchet-Konzert, auch wenn ich sie von Anfang an kenne und die ersten fünf LPs im Regal stehen. Plus der "Kingdom Of Twelve". Nach der Company, die das Publikum begeisterte, war der Gig wirklich kein leichter Job.
Es ist beeindruckend, wie gut Bobby Gitarre spielt, aber, und das ist der bittere Nachgeschmack, wie sehr dadurch die anderen Bandmitglieder, ausser Phil McCormack, in den Schatten gestellt werden. Schade, denn auch Russ Maxwell spielt exzellent auf seiner Les Paul, was er, ausser bei den 3,5 Eigenkurzsolos, bei den zweistimmigen Leads bewies. Da schlägt das Herz des Gitarrespielers hoch bis zur Gurgel und er wünscht, die beiden hörten niemals auf. Super.
Lachen musste ich, wie ich sah, dass Russ bei den letzten Songs immer wieder zu seinem Marshall ging und das Volume höher drehte. Da wir zentral vor der Bühne standen, konnte mir das nicht entgehen. Recht hat er!
Die Ohrstöpsel hatte ich schon nach dem dritten Song in die Hosentasche zurückgesteckt, was bei meiner Empfindlichkeit einiges sagt. An so einen tollen Sound, über das ganze Konzert kann ich mich kaum erinnern. Und so konnte ich jeden Ton direkt hören, wirklich jeden. Live on stage diese Gitarristen zu erleben, ist mit keiner Live-Aufnahme zu vergleichen.

Werner Saumweber (Impressum, Artikelliste), 17.12.2001

Sagt uns die Meinung zu diesem Artikel oder ergänzt oder verbessert ihn:
Startseite > Konzertberichte > Humble Pie > Company Of Snakes > Molly Hatchet > München, Elser Halle, 15.12.2001

 
© Home of Rock 2001 - 2008, Impressum