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Fotos: Dr. Thomas Schimpff
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| Rubigen/CH, Mühle Hunziken, 05.06.2006 |
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Eigentlich nur aus Frust über das unfreundliche Pfingstwetter in die "Mühle Hunziken" nach Rubigen in die Nähe von Bern gepilgert. Und dies ohne grössere Erwartungshaltung - im Gegensatz zu einem enttäuschenden Konzert 1993 in der zwischenzeitlich abgerissenen Frankfurter "Music Hall", als die - schon damals - Restbestände von SLADE durch einen Werbespot um Far Far Away noch einmal kurz auf nennenswertes Interesse stiessen. Denn ohne die superbe Reibeisenstimme Noddy Holders und des Ehedem-Mitautoren diverser Singlehits, Jim Lea am Bass und Piano, kann doch eigentlich nur ein schwaches Oldie-Festival erwartet werden. Aber mit deutlich verminderter Anspruchshaltung wurde es ein genauso netter wie lauter, wenn auch leicht dubioser Abend.
Der Veranstaltungsort, mir bis dato unbekannt, hat etwas an sich: Eine wunderschön eingewachsene Mühle, in welcher im - na ja, gut wohnzimmergrossen - "Erdgeschoss" die Band spielt und man ihr auf gleicher Ebene oder mit etwas mehr Platz bis zu zweieinhalb Stockwerken drüber lauschen kann. Erfreulich (aber ein Wunder), wie diese kühne Holzkonstruktion den Brandschutz passierte. Und genauso erfreulich, dass es hier offenbar nie Randale gibt. Denn die Möglichkeit, einem nicht goutierten Sängerknaben ungeahndet endlich mal ein Bier auf den Kopf zu giessen und irgend wofür Rache zu nehmen, ist wohl nirgendwo so einmalig wie in dieser Mühle.
Aber zum Konzert: Für das altersmässig stark durchmischte Publikum, welches Pfingsten die schweizer Konzertkonkurrenz um MOTÖRHEAD und WHITESNAKE standhaft ignorierte, gab es jede Menge Krach und Spielfehler. Der seit 2 Monaten im 7.(!) Lebensjahrzehnt stehende Dave Hill (git), Drummer Don Powell, im Herbst auch seinen 60. Geburtstag feiernd, verstärkt um den gegenwärtigen Sänger Mal McNulty und Bassisten John Berry, boten in dem mit ca. 400 Besuchern nicht ganz ausverkauften Club das zu erwartenden "Best of Slade"-Programm. Hier wird zwar seit dem Weggang Jim Leas Anfang der Neunziger auf alle Differenzierungen der ursprünglichen Band verzichtet, wie auch die Oldie-Tour ohne Noddy Holder nicht mehr überall ernst genommen wird. Mir fiel aber positiv auf, dass McNulty die Töne recht passabel traf - grausam nur die Cello-Einlage des Neu-Bassisten Berry bei Look Wot You Dun, der es auf der winzigen Bühne ob seiner Körpergrösse aber ohnehin nicht leicht hatte. Und grausam ist und bleibt die gitarrenlastige Light-Version von Merry Ymas Everybody, auch diesmal als Zugabe präsentiert. Da wäre Playback fast das kleinere Übel. Aber am Ende waren alle zufrieden und SLADE bzw. die Reste der Band wahrscheinlich froh, wieder heil aus diesem eigenwilligen Gebäude heraus zu kommen.
Vorprogramm waren übrigens THE DELILAHS, ein mir völlig unbekanntes, aber durchaus hörenswertes junges Damen-Trio aus Zug.
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