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Konzertbericht:Walter Trout And The RadicalsSupp.: Peer GyntErfurt, Gewerkschaftshaus, 01.03.2002 |
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Walter Trout - Guitars, Vocals James Trapp - Bass Sammy Avila - Keyboards Kenny Soule - Drums Bereits im Vorfeld gab es im Publikum fragende Gesichter wegen des Supports: PEER GYNT, wer zum Teufel ist Peer Gynt? Kennst du den? Schon mal gehört? Du kennst doch eigentlich auch jede Menge Bluesbands, aber der sagt dir nichts? Pünktlich um 21.00 Uhr betraten dann drei Musiker die Bühne und die Fragezeichen in den Publikumsgesichtern wurden größer und größer: Ein Riesenfunkturm in Anzugshose mit Jackett - es war der Bassgitarrist, ein Drummer in T-Shirt und Jeans und dann erklomm der Gitarrist die Bühne: im Trachtenanzug. Jawohl, verehrte Leser - im Trachtenanzug: Kniebundhose, weiße Socken, Jäckchen mit Trachtenknöpfen und Trachtenhemd. Nun, was dann anschließend auf der Bühne abging, ließ diverse Kinnladen nach unten klappen, so dass mancher anschließend Mühe hatte, selbige wieder einzurenken! Diese Band hat genug Power, um die Ohrwascheln gründlichst durchzupusten und anfängliche Teilnahmslosigkeit wandelte sich so nach und nach in Begeisterung um. Sogar der Bier-Tresen leerte sich so, um ja kein Detail auf der Bühne zu verpassen. Man hielt sich jetzt an leeren Biergläsern und nicht mehr an vollen Theken fest und das will was heißen beim Erfurter Bluespublikum, wenn der Support spielt. Wie und wo soll man diese Band eigentlich einordnen? Sie passt in keine Schublade. Man könnte sie so beschreiben: eine Mischung aus groovigem Rock, kraftvollem Blues und norwegischen Traditionsklängen (die Band kommt aus Norwegen, hab ich mir sagen lassen) sowie einer wirklich atemberaubenden Bühnenshow. Auf dieser Tour wird natürlich das Debütalbum "Fairytales" vorgestellt, welches wirklich überzeugt. Songs wie Freddings Shuffle, To Be Your Man oder Good Lord kommen auf der Bühne natürlich wesentlich krachiger rüber, als auf CD. Peer Gynt ist kein Star, der sich in ellenlangen, selbstverliebten Frickeleien verliert, obwohl es sein technisches Können erlauben würde. Er bringt alle Songs präzise auf den Punkt, so dass die Stimmung immer auf einem sehr hohen Level gehalten wird und Langeweile somit gar nicht erst die Oberhand gewinnt. Ich bin mir sicher, dass die Band sich an diesem Abend jede Menge Fans erspielt hat. Mein herzlicher Dank für die freundliche Unterstützung für meinen Peer Gynt-Bericht geht an Claudia von Ruf Records und Reinhard vom Tournado Kulturmanagement. Natürlich warteten alle auf den Headliner des Abends, Walter Trout, der nach einer kurzen Umbaupause gegen 22.00 Uhr auf die Bühne kam und stürmisch begrüßt wurde, was ihm sichtlich gefiel. Eingangs streue ich mir erst mal Asche auf mein doch schon in Ehren ergrautes Haupt und gestehe, dass ich Walter Trout und seine Band noch nie live erlebt habe, somit also keine Vergleiche zu anderen Konzerten ziehen und Wertungen abgeben kann (Jungs und Mädels der ehrenwerten Redaktion: Eure Fragen nach "besser oder schlechter als früher" kann ich also nur mit einem Schulterzucken beantworten, sorry, ich gelobe hiermit aber zukünftige Besserung). Auf jeden Fall war die gesamte Band gut drauf und bot einen perfekten Gig. Leider war eine Setliste nicht vorhanden, so dass ich nur die Songs, die ich kenne oder erkannt habe, in diesem Bericht erwähnen kann. Ich bin zwar ein beinharter Anhänger der Frickelfraktion, aber was zu viel ist, ist auch mir zu viel. Irgendwann hatte ich dann in der nächsten Stunde den Eindruck, dass Mr. Trout sich für meine Begriffe etwas zu sehr in ellenlangen Gitarrensoli verlor und damit der bis dahin supertollen Stimmung keinen besonders guten Dienst tat. Schade eigentlich. Eine kurze Verschnauf- und Umkleidepause genügte um wieder aufzutauchen und den wartenden Fans geduldig Autogramme zu geben oder small talk zu halten. Berührungsängste haben Walter Trout und seine Band nun wirklich nicht. Man nahm sich Zeit für die Fans und das kam natürlich gut an. Alles in allem war es ein rundum gelungener Abend, der seinen Anfang mit einem wahrhaft würdevollen Support begann und mit einem ebenso würdevollen und professionell spielenden Headliner endete. Zufrieden grinsende Gesichter bestätigten meinen Eindruck. Ilka Czernohorsky, (Impressum, Artikelliste), 02.03.2002
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